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Kurzreise nach Dresden vom 10. Bis 13.02.2010
Spricht man landläufig über Winterurlaub, so verbindet der Zuhörer das eigentlich mit Bayern, Österreich, Schweiz oder auch den USA. Ist dagegen die Rede von einer Städtetour, so assoziiert man das eigentlich mit viel Sehenswürdigkeiten, Kultur, Sportveranstaltungen, City, Shopping und vielleicht auch einem bisschen dem Flanieren in einer anderen Stadt. Auf unserer Tour ins „Elb-Florenz“ hatten wir beides, aber eigentlich war es ein Winterurlaub. Wir sind am 10.02. morgens im Schneetreiben weggefahren und am 13.02.2010 im, zugegeben leichteren Schneetreiben zurückgekommen, aber der Reihe nach.
Am 10. Februar, morgens um 7 Uhr gings los zu unserer viertägigen Tour in die sächsische Landeshauptstadt. Bei leichtem Schneetreiben, aber mit unguten Verkehrsnachrichten aus der „Dortmunder Ecke“ machten sich Nobby und ich auf den Weg. Die Hinfahrt sollte bereits eine ewig lange „Tour de Schrott“ werden. Gut, auf dem größten Parkplatz Europas, der A40 ist selten ein zügiges fortkommen möglich, doch es ging noch ganz gut bis hinter Dortmund, der erste Stau wurde in unsere Richtung angesagt, LKW-Unfall auf der Gegenfahrbahn. Von weitem sah es aus wie eine Brücken Baustelle, zwei Kran-Ausleger in der Mitte der Autobahn zeigten steil in den trüben Morgenhimmel. Von der Gegenfahrbahn war ein Hänger-Zug durch die Mitteleitplanke gebrochen, lag auf der Seite und war teilweise ausgebrannt. Wer allerdings denkt, das wars, jetzt ging es erst richtig los. Weiter auf immer dichterer Schneedecke mit 50-60 km/h Richtung Kassel. Schrottplatz A44, alle paar Meter standen Kleintransporter und PKWs in der Leitplanke, lagen verbeult im Graben oder standen auf der Standspur und so waren schon fast vier Stunden um als wir Kassel erreichten. Danach wurde es allerdings besser, zumindest war es besser geräumt und besser gestreut. Über Göttingen, Halle, Leipzig ging es nach Dresden Laubegast, wo unser Hotel lag. Einchecken, etwas Frisch machen, zur Orientierung die Empfangsdame gelöchert und dann, ab mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Nach knapp acht Stunden anstrengender Fahrt, bei Schneetreiben ist allerdings auch das schönste Florenz etwas trübe. So orientierten wir uns zunächst ein wenig, besuchten Semperoper und Frauenkirche bevor wir uns irgendwann einen Pub für das erste Radeberger des Tages suchten. ![]() Bildquelle: uvo Des garstigen Wetters müde machten wir uns nach unserem ersten kurzen Abstecher in die Dresdner Innenstadt auf Richtung Hotel. Zurück in Laubegast, einem Dresdner Vorort, suchten wir nach einer „Futterkrippe“. Die einzige, die wir bei Dunkelheit und Schneetreiben fanden sagte uns nicht wirklich zu so das wir beschlossen ins Hotel zu gehen und dort die Speisekarte zu testen. Bei Fettbemme (Schmalzstulle), Radeberger und anderen Leckereien fand der erste Tag seinen Ausklang. Nachdem wir am anderen morgen schön früh vom kratzen der Schneeschaufeln geweckt wurden machten wir uns nach einem kurzen Frühstück wieder auf den Weg zur Straßenbahnhaltestelle. Angekommen in der Innenstadt begannen wir unsere kleine Rundreise zunächst an den historischen Stätten. Das Dresdner Schloss ging als erstes. ![]() Bildquelle: uvo Eigentlich ist Dresden eine der Städte, die man im Frühjahr oder Sommer erleben sollte. Man kann sicherlich herrlich mit einem Eis in der Hand an der Elbe flanieren und das bunte Treiben sowie die Sehenswürdigkeiten der alten Stadt erleben. Wir waren leider im Winter da um unter anderem Eishockey zu gucken und bei den Wetterverhältnissen wirkt diese Stadt irgendwie nicht so wie bei einem lauen Lüftchen. ![]() Bildquelle: (uvo) Nach unserer Elbüberquerung gingen wir zur nächsten Brücke um wieder „auf unsere Seite“ der Stadt zu gelangen. Man hatte von den Brücken einen wunderschönen Blick zu den historischen Gebäuden, leider wegen des Wetters etwas verhangen. Unsere nächste Anlaufstelle war die Frauenkirche, die bei den Bombardierungen von Dresden 1945 bis auf ein paar Steinquader komplett zerstört wurde. Während des DDR Regimes wurde nichts in die Kirche investiert, im Gegenteil, es gab gar Überlegungen die alten Steine zu sprengen, wäre schade gewesen. Dank vieler Spenden und Stiftungen konnte die Kirche wieder völlig restauriert werden und stellt mittlerweile eine der größten Attraktionen in der sächsischen Landeshauptstadt dar. ![]() ![]() Bildquelle: uvo Nachdem wir nun ziemlich durchgefroren waren und den Schnee überall hatten, steuerten wir erst mal ein Café an zwecks Nahrungs,- und Heißgetränkeaufnahme. Der „Aufhänger“ einer solchen Tour ist ja immer ein Eishockeyspiel und da am Freitagabend die Eislöwen Dresden gegen die Hannover Indians antraten, wollten wir schon einmal den heiligen Tempel des Dresdner Eishockeys begutachten. Wir machten uns also auf den Weg zur Freiberger Arena, nachdem wir uns aufgewärmt hatten und auch der Magen nicht mehr knurrte. Für heute reichte Dresden City, sodass wir uns zunächst ins Hotel trollten und ein wenig die Beine hochlegten. Für den Nachmittag wollten wir unsere nächste Umgebung noch ein wenig erkunden und irgendwann würde dann ja auch wieder „Radeberger-Time“ sein, schließlich hatten wir einen Ruf zu verlieren. Vom Hotel ging es durch ein paar Seitenstraßen zum Laubegaster Elbufer, hier konnte man wunderschön oberhalb der Elbe laufen. Und wir fanden jetzt auch, was wir am Vorabend gesucht hatten, nämlich einige Wirtshäuser. Zunächst wanderten wir aber am Elbufer entlang und bewunderten die Marken der jeweiligen Hochwasser, wobei das Schlimmste das aus dem August 2002 gewesen sein muss. In einer nahe gelegenen Bäckerei, wo wir am kommenden Tag einen Kaffee tranken, hing eine Marke, danach war im Verkaufsraum nichts mehr trocken geblieben, diese Marke hing etwa 10 cm unter der Decke. Diese Marke steht etwa noch 5-6 Meter oberhalb des Wasserspiegels, so dass man sich vorstellen kann welche ungeheuren Wassermassen sich damals durch das Tal gewälzt haben. Nachdem wir uns nun im hellen ausgiebig orientiert hatten, beschlossen wir die „Radeberger-Time“ einzuläuten und betraten das Laubegaster Bürgerhaus. In einer urigen Kneipe mit netten Bedienungen hingen unzählige Bilder Dresdens, ABER… es gab Warsteiner Bier. Wenn schon kein einheimisches Bier, dann wenigstens das Bier aus Bayern, so bestellten Nobby und ich KLD (König-Ludwig Dunkel). Auch wenn die Speisekarte nicht schlecht aussah entschlossen wir uns das Essen wieder im Hotel einzunehmen, bei dem Sauwetter war man dann wenigstens „zu Hause“ und musste nicht mit vollem Bauch noch durch die verschneite Nacht latschen. So ging der zweite Abend auch im Hotel Restaurant zu Ende, bei Fettbemme und Radeberger, Lachs und Wein der Region, sowie Espresso und Grappa. ![]() Bildquelle: uvo Der letzte Tag sollte ein umgekehrtes Programm verpasst bekommen, zuerst Laubegast, dann Dresden City und zum Abschluss Eishockey. Einem langen Spaziergang in den Laubegaster Elbauen folgte ein Kaffee beim Bäcker unseres Vertrauens, genau, dem mit den 10 cm Luft unter der Decke beim Hochwasser. Für den anstrengenden Rest des Tages wollten wir im Anschluss noch ein wenig Ruhe tanken und machten uns für eine Stunde auf, zurück ins Hotel. Als wir um die Ecke kamen dachte ich, Terroranschlag?!?!? Vor unserem Hotel parkten etwa 15 Busse und Bullies der Polizei, oder hatte Nobby seine Steuern nicht gezahlt? Fragen über Fragen. Wie sich herausstellte war das eine Hundertschaft aus Magdeburg, die in unserem Hotel einquartiert war, für den kommenden Tag waren in Dresden Demos zum Jahrestag der Bombardierung angekündigt. Nach ein wenig Augenpflege ging es wieder in die City wo wir zunächst mal wegen eines Snacks tätig wurden. Dem üblichen Rundgang durch die Innenstadt folgte ein Kaffee im Café an der Frauenkirche. Danach machten wir uns zu Semperoper und Zwinger auf. ![]() Bildquelle: uvo Zwar durfte man nicht rein, in die Semperoper, trotzdem ein beeindruckendes Gebäude. Auch der Zwinger mit seinen weit ausladenden Gebäuden prägt das Bild der Stadt. Nachdem wir nun einige der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt „abgehakt“ hatten machten wir uns langsam auf den Weg zur Freiberger Arena. Da wir noch früh dran waren ging es erst mal in die Stadion Gaststätte um die „Radeberger-Time“ wieder einzuläuten was in der durchaus ansprechenden Gastronomie möglich war. Zwar war die Speisekarte nicht gerade umfangreich, doch Schnitzel mit Pommes geht immer, dazu gabs dann noch ein Radeberger im Angebot und der Abend konnte beginnen. ![]() Bildquelle: uvo Das Spiel selbst war ein durchschnittliches Zweitligaspiel, bedenkt man die Tabellensituation beider Verein kann man es sogar als ansehnlich bezeichnen. Die Hannover Indians hatten etwa 500 Fans mit an die Elbe gebracht, sodass die Gäste zwischenzeitlich sogar sehr lauthals zur Stimmung beitragen konnten. Da wir angesichts des Wetters am anderen Morgen früh los wollten, nahmen wir uns direkt nach Spielende ein Taxi zurück nach Laubegast. Nach einem kurzen Frühstück ging es um halb acht am anderen Morgen wieder gen Heimat. Zwar schneite es immer noch leicht, jedoch war bereits geräumt und man konnte ganz gut vorwärts kommen. Eigentlich hatten wir geplant auf der Rückfahrt noch einen Abstecher nach Leipzig zu machen, sahen aber wegen des Wetters davon ab und machten dass wir nach Hause kamen, was sich am Ende als absolut richtig erweisen sollte. Im Verlaufe der Fahrt wurde das Wetter besser, zwar grieselte es immer noch lange Zeit, zwischendurch gab es aber auch mal ein paar freundliche Abschnitte. Zwar kann man die ehemalige innerdeutsche Grenze nicht mehr visuell sehen, jedoch merken kann man es am Fahrbahnbelag. Sind die Fahrbahnen der Autobahnen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR glatt wie ein Kinderpopo, so haben die Bahnen ab dem Gebiet der alten Bundesländer doch deutliche Unebenheiten und nach dem Winter aktuell sogar etliche Schlaglöcher, wann kommt der „Aufbau West?“ Gegen Mittag legten wir hinter Kassel noch eine Kaffeepause ein, machten uns aber bald wieder auf den Weg. Als wir es dann bis Dortmund geschafft hatten wurde uns doch ein wenig komisch, im Radio liefen die Verkehrsnachrichten. Die A44 war nach mehreren Unfällen auf glatter Straße zwischen Werl und Erwitte voll gesperrt, also dort wo wir 10 Minuten vorher noch hergefahren waren. Letztlich war es also genau richtig so früh zu fahren und auf den Abstecher nach Leipzig zu verzichten, ansonsten wäre das noch ein langer Tag im Wagen geworden. So brachte uns Nobby sicher hin, und auch wieder zurück, aus dem Wetter haben wir das Beste gemacht und hatten vier schöne Tage. (uvo) Das Spiel selbst war ein durchschnittliches Zweitligaspiel, bedenkt man die Tabellensituation beider Verein kann man es sogar als ansehnlich bezeichnen. Die Hannover Indians hatten etwa 500 Fans mit an die Elbe gebracht, sodass die Gäste zwischenzeitlich sogar sehr lauthals zur Stimmung beitragen konnten. Da wir angesichts des Wetters am anderen Morgen früh los wollten, nahmen wir uns direkt nach Spielende ein Taxi zurück nach Laubegast. Nach einem kurzen Frühstück ging es um halb acht am anderen Morgen wieder gen Heimat. Zwar schneite es immer noch leicht, jedoch war bereits geräumt und man konnte ganz gut vorwärts kommen. Eigentlich hatten wir geplant auf der Rückfahrt noch einen Abstecher nach Leipzig zu machen, sahen aber wegen des Wetters davon ab und machten dass wir nach Hause kamen, was sich am Ende als absolut richtig erweisen sollte. Im Verlaufe der Fahrt wurde das Wetter besser, zwar grieselte es immer noch lange Zeit, zwischendurch gab es aber auch mal ein paar freundliche Abschnitte. Zwar kann man die ehemalige innerdeutsche Grenze nicht mehr visuell sehen, jedoch merken kann man es am Fahrbahnbelag. Sind die Fahrbahnen der Autobahnen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR glatt wie ein Kinderpopo, so haben die Bahnen ab dem Gebiet der alten Bundesländer doch deutliche Unebenheiten und nach dem Winter aktuell sogar etliche Schlaglöcher, wann kommt der „Aufbau West?“ Gegen Mittag legten wir hinter Kassel noch eine Kaffeepause ein, machten uns aber bald wieder auf den Weg. Als wir es dann bis Dortmund geschafft hatten wurde uns doch ein wenig komisch, im Radio liefen die Verkehrsnachrichten. Die A44 war nach mehreren Unfällen auf glatter Straße zwischen Werl und Erwitte voll gesperrt, also dort wo wir 10 Minuten vorher noch hergefahren waren. Letztlich war es also genau richtig so früh zu fahren und auf den Abstecher nach Leipzig zu verzichten, ansonsten wäre das noch ein langer Tag im Wagen geworden. So brachte uns Nobby sicher hin, und auch wieder zurück, aus dem Wetter haben wir das Beste gemacht und hatten vier schöne Tage. (uvo) |
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