Pasanen neuer/alter Trainer der Moskitos

Zwei Jahr nach seinem Wechsel zu den Schwenninger Wild Wings ist Jari Pasanen wieder Trainer der Essener Moskitos. Gleichzeitig mit der Verpflichtung des Finnen beantworte sich auch die Frage nach der Ligenzugehörigkeit der Moskitos in der Saison 2010/2011, der Regionalligameister wird am Spielbetrieb der neuen Oberliga-West teilnehmen. Moskitos Präsident Frank Dittmann sah die Verpflichtung des ehemaligen Zweitliga-Trainers der Moskitos als eine Investition in die Zukunft, berichtete auch von positiven Signalen von potentiellen Sponsoren und wertete die Nichtweiterverpflichtung des Duos Egen/Suarez gleichzeitig als Break zu alten Strukturen.

Allerdings wollten nicht alle Vorstandsmitglieder derart positiv mit der Personalie Pasanen umgehen. Vorstands-Vize und Wohnbau Chef Frank Skrubbe traten nach der Ausmusterung von Egen und Suarez zurück. Auch die beiden Betroffenen äußersten sich mit Unverständnis und drückten ihre Sicht der Dinge gegenüber der Presse aus. Allerdings konnte es auch Präsident Dittmann nicht lassen diese Entscheidungen in der Öffentlichkeit zu kommentieren, eine Tatsache, die dem im Ansehen seit Jahren arg angeschlagenen Meister sicherlich weiter geschadet haben dürfte.


Pasanen über seine "Mission Essen" - Doug Orr und Christoph Koziol komplettieren Kader

ESSEN. Während die Quecksilbersäule im Moment nicht gerade Eishockeyfeeling verbreitet, ist man am Westbahnhof im Bezug auf die Komplettierung des Kaders weiter aktiv. Mit acht Defendern, zehn Stürmern und einem überdurchschnittlichen Keeper hat Jari Pasanen nun die Mannschaft beisammen, mit der er in die neue Saison starten will. Dabei haben die Moskitos mit Doug Orr die letzte Ausländerstelle besetzt und mit Christoph Koziol auch die letzte vakante Stelle im Sturm ausgefüllt.

Am 09. Juli hatten dann auch die Fans die Möglichkeit sich bei Bratwurst und kühlen Getränken ein Bild zu machen und Appetit auf die neue Saison zu bekommen. Die Moskitos veranstalteten auf dem Gelände der Eissporthalle ein Grillfest, an dem auch Trainer und einige Spieler teilnahmen. Gleichzeitig mit dem kleinen Fest wurde am Westbahnhof auch der Dauerkartenvorverkauf eröffnet. Nur leicht und relativ moderat haben die Moskitos dabei die Preise für die kommende Saison angehoben. 

Mit dem lockeren Small Talk ist es allerdings spätestens am 26. September vorbei, die Ligen-Tagung hat den Moskitos zunächst ein Auswärtsspiel beschert. Der NRW-Meister tritt in einer Neuauflage des Finales der Vorsaison im ersten Spiel bei den Duisburger Füchsen an, bevor es am darauffolgenden Wochenende mit zwei Heimspielen gegen Bad Nauheim und Königsborn weitergeht. Über die sportlichen, aber auch die wirtschaftlichen Perspektiven stand der neue starke Mann am Westbahnhof, Trainer Jari Pasanen der Eishockey NEWS für ein Interview zur Verfügung.

Jari, schön dich wieder auf der Essener Bank begrüßen zu können, was hat den Ausschlag für ein erneutes Engagement bei den Moskitos gegeben?

Meine Familie und ich sind nach meiner ersten Zeit in Essen nicht weggezogen. Wir fühlen uns alle sehr wohl hier in der Stadt und in der Region. Als mich dann vor einiger Zeit einige Leute ansprachen ob ich mir ein erneutes Engagement vorstellen könnte war ich schon interessiert. Diese Leute haben mir dann Fakten gezeigt, und mit mir über Veränderungen diskutiert die schon in Angriff genommen wurden und die auch noch kommen sollen und müssen. Ich bin davon überzeugt, wenn wir diesen Weg konsequent weiter gehen, ist hier in Essen noch viel zu bewegen, dabei will ich helfen.

Du warst auch in den "dunklen Stunden" dabei, wie hast du, wie hat die Mannschaft das erlebt und was siehst du jetzt anders?

Vor gut zwei Jahren ging es schon früh in der Saison los, wir wurden vertröstet. Gehalt wurde nicht pünktlich bezahlt, irgendwann wurde es dann schwierig. Das ist im Moment anders, korrekte Aussagen werden korrekt erfüllt, das ist für mich, und für Spieler und alle die damit zu tun haben eine Basis.

Du hast die Vergangenheit abgehakt?

Ja, definitiv! Alle, die damals im operativen Geschäft und bei der Sponsoren Akquise dabei waren und uns getäuscht haben, sind nicht mehr dabei. Aber ich möchte eigentlich gar nicht mehr über die Vergangenheit reden, der Blick muss nach vorne gehen. Dieser Verein hat Potential, Perspektive und eine Zukunft. Wir brauchen allerdings noch viel Hilfe, wir brauchen Sponsoren, zu denen wir wieder Vertrauen aufbauen müssen und wir brauchen dich und mich, die helfen können, die man aber auch helfen lässt.

Kommen wir zum sportlichen, dein Kader ist nahezu komplett?

Ja, wir haben mit Doug Orr noch einen überdurchschnittlichen Kontingentspieler verpflichteten können. Dazu kommt mit Christoph Koziol ein gestandener Stürmer von den Hannover Indians, damit ist der Kader zunächst komplett. Ansonsten gibt es noch ein paar Optionen mit anderen DEL Vereinen usw. aber das muss man sehen wie es wird.

Wie siehst du deine Truppe am Ende der Saison?

Unser Ziel muss Platz vier sein, aber nach oben sehe ich persönlich noch Luft, wenn: Wenn die Mannschaft von Verletzungen verschont bleibt, wenn wir ein wenig Glück haben und wenn alles gut läuft. Die Mannschaft ist sehr jung, ich bin gespannt wie sich das Kollektiv präsentieren wird. Ich bin überzeugt dass meine Jungs es schaffen, mein Etat gibt aber auch noch ein klein wenig Luft her, zu reagieren wenn es nötig werden sollte.

Matt Hubbauer war den Sommer über immer mal ein Gerücht, war er ein Thema?

Nein, nicht wirklich, mit Matt habe ich ein paar Mal gesprochen, er war auch nicht uninteressiert. Letztlich sind wir aber zu dem Ergebnis gekommen es sein zu lassen. Matt wird aber in Zukunft auch immer gesprächsbereit sein was ein Engagement in Essen betrifft. Ich bin aber fest davon überzeugt dass unsere beiden Spieler auf diesen Positionen uns helfen werden.

In deiner Zeit in Essen hast du manchmal Probleme im Tor gehabt, dafür aber immer den Torjäger der Saison gestellt, wie sieht´s aus?

Finkenrath ist die absolute Nummer Eins, ihn sehe ich als einen der besten Keeper der kommenden Saison. Aber auch unsere kommende Nummer zwei wird kein Bankdrücker sein. Er wird viel von Benjamin lernen und ebenfalls seine Chance bekommen. Vorne muss man sehen, wir haben Top-Stürmer, ob es letztlich zum Top-Torjäger für einen davon reicht, das muss man abwarten. Unsere Philosophie ist aber auch nicht nur auf einen Torjger ausgerichtet. Wir sind breiter aufgestellt und wollen mit den ersten zwei/drei Reihen punkten.


Moskitos präsentieren Chance für die Zukunft

Eine Chance auf eine professionellere, stabilere Zukunft präsentierten die Stechmücken auf einer Pressekonferenz im Essener Kinocenter Cinmaxx. Interims-Vizepräsident Ulrich Kopetzki - Frank Dittmann hatte am Mittwoch seinen sofortigen Rücktritt verkündet - erläuterte zunächst, dass der Club nach Planungsbegin im März zunächst gut für die Saison aufgestellt gewesen sei. Auch die Zusage neuer Sponsoren habe man in den Planungen berücksichtigen dürfen. "Als allerdings im August endgültig Gewissheit wurde, dass sich die Sanierung der Eisporthalle noch weit in die Saison ziehen würde, hat dies nicht nur Zusatzkosten verursacht, auch Sponsoren sind direkt wieder abgesprungen", teilte Kopetzky mit. Frank Dittmann habe letztendlich den Kontakt hergestellt, der den Essenern nun den Weg in eine ruhigere und erfolgreichere Zeit ebnen soll.

Joachim Herden, ehemaliger DEG Keeper, und eine Investorengruppe, die ihn in kurzer Zeit für das Essener Eishockey begeistern konnte, werden bei den Moskitos einsteigen. "Ich bin vor etwa vier Wochen angesprochen worden, erst waren es nur lose Gedanken, zuletzt bekam die Sache Geschmack. Wir werden aber nicht nur Geld geben und in der Loge sitzen, wir wollen aktiv teilnehmen und das Potential und die Substanz hier nutzen", kündigte Herden an. "Wir haben einen Trainer, dessen Kompetenz ist Alleinstellungsmerkmal in dieser Liga und wir haben eine außergewöhnliche Mannschaft. Wir reden nicht von Aufstieg, wir denken aber alle, dass wir mit diesem Potential langfristig mehr erreichen können." Er sieht dabei die geplante Trainingshalle in Oberhausen als reine Trainingsmöglichkeit, die sich eine andere Mannschaft der Region und die Moskitos teilen könnten. Und für die Jugend, die dabei ebenfalls vom neuen Management profitieren soll. Herden selber möchte auf der anstehenden Jahreshauptversammlung der Moskitos als Präsident kandidieren. Zusammen mit Schatzmeister Stock und den Vizepräsidenten Kopetzki und Schlitzkus möchte er das Schiff Moskitos übernehmen. Dafür steht der komplette Vorstand in Spe den Fans, die Herden als besonders wichtig mit ins Boot holen will zur Verfügung. Gestern stellte sich das Gremium den Sorgen und Fragen der Fans und Zuschauer. (uvo)


Moskitos zeigen bei der Heimpremiere ganz großes Kino

Die Rückkehr auf das eigene Eis sollte mit einer großen Party gefeiert werden. Wer hätte die Fans besser auf das Spiel einstimmen können, als der Essener Schlagerstar Jörg Bausch. Die 1361 Fans sollten dann zur Heimpremiere auch ganz großes Kino erleben.

Nachdem Jörg Bausch im Vorspann für Stimmung sorgte, baute das Team der Moskitos im Spiel zunächst die Spannungskurve sofort etwas auf. Bereits in der 2.Minute kassierte man überraschend das 0:1 der Königsborner durch Jan Rademacher. Das Team war zu Beginn schon ein wenig nervös, dass konnte man auch in der Kabine spüren. Es waren reichliche Emotionen und Erwartungen der Zuschauer im Spiel, nahm Trainer Jari Pasanen den frühen Rückstand nicht so tragisch. Schnell nahm dann sein Team ohnehin das Heft in die Hand und war den Bulldogs aus Königsborn in allen Belangen überlegen, auch wenn es im ersten Drittel zunächst nur zu zwei Toren durch Christoph Koziol und Roman Weilert reichte. Im zweiten Drittel deklassierten dann die Moskitos die Gäste. Im Minutentakt schlug der Puck im Königsborner Tor ein. Gleich acht, zum Teil herrlich heraus gespielte Treffer erzielten die Moskitos zum 10:1 Zwischenstand. Der deutliche Zwischenstand sorgte noch einmal für einen Extraschub Stimmung auf den Rängen. An der Essener Überlegenheit änderte sich auch in den letzten zwanzig Minuten nichts. Trainer Jari Pasanen wechselte im Tor Patrick Wegner, der so zu seinem Punktspieldebüt kam. Nach dem elften Treffer der Moskitos durch Joel Keussen kamen die Gäste durch Patric Schnieder zum zweiten Treffer. Nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfehler, denn Keussen und Petrozza legten noch zwei weitere Treffer zum 13:2 Endstand nach. Mit dem Sieg konnten sich die Moskitos auf den vierten Platz vorarbeiten. Am kommenden Donnerstag kommt es dann in der Eissporthalle Essen-West zum Topduell mit Dortmund. Das ist war klare Kampfansage an Dortmund. Wir haben ein tolles Spiel gesehen, jetzt legen wir am Donnerstag nach, war auch Präsident Joachim Herden nach dem Spiel begeistert vom Team, bei dem die Fans Antti-Jussi Miettinen nach überstandener Verletzung zum Spieler des Abends wählten. 

Die Tore: 0:1 (2.) Rademacher (Höning), 1:1 (7.) Koziol (Miettinen, Nieberle, PP1), 2:1 (10.) Weilert (Petrozza, Barg), 3:1 (23.) Petrozza (Barg, Stähle), 4:1 (25.) Geisberger (Petrozza, PP1), 5:1 (27.) Koziol (Miettinen, Finkenrath, PP1), 6:1 (28.) Lupzig (Hauptig, Nieberle), 7:1 (31.) Eichinger (Koziol, Geisberger), 8:1 (34.) Petrozza (Barg, Stähle), 9:1 (34.) Geisberger (Miettinen), 10:1 (37.) Klein (Stähle, Barg, PP1), 11:1 (43.) Keussen (Lupzig, Nieberle), 11:2 (55.) Schnieder (Rangen, UZ1), 12:2 (56.) Keussen (Nieberle, Pietsch), 13:2 (59.) Petrozza (Barg, Stähle)

Strafzeiten: Moskitos Essen 4 - Königsborn 18

Zuschauer: 1361

Quelle: Pressemitteilung Moskitos Essen


Chris Straube trägt ab sofort das Moskitostrikot

Die Moskitos konnten gestern Christopher Straube unter Vertrag nehmen. Der ehemalige DEL-Spieler soll die Leistungen des Teams stabilisieren und vor allem die Abwehr stabilisieren. Er ist motiviert und wird uns helfen, ist sich Präsident Joachim Herden sicher, er verfügt über einen guten Schuss und sehr viel Erfahrung. Straube, der 2001 mit den Adler Mannheim DEL-Meister wurde und mehrfach das Trikot der Nationalmannschaft getragen hat, hielt sich in den vergangenen Monaten in Weißwasser fit und hinterließ auch in den ersten Trainingseinheiten einen guten Eindruck, wie Trainer Jari Pasanen überzeugt feststellen konnte. Wir wollen mit der Verpflichtung von Chris Straube ein deutliches Zeichen setzen. Die Moskitos haben ein Ziel, welches sie erreichen wollen und unheimlich viel Potential, was wir ausschöpfen wollen. Präsident Joachim Herden schließt damit auch weitere Veränderungen im Kader nicht aus. Quelle: Pressemitteilung Moskitos Essen


Essener Moskitos stehen wieder vor der Insolvenz

Die ESC Moskitos haben Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt und Präsident Herden weiß nichts davon. Nur gut vier Monate sind seit der Beinahe-Insolvenz und der Rettung durch Joachim Herden vergangen. Die Moskitos stehen wieder einmal am Abgrund: Nur gut vier Monate nach der Beinahe-Insolvenz und der Rettung durch Joachim Herden hat Eishockey-Oberligist ESC Moskitos am späten Freitag Abend einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Essen gestellt. Genauer: Die beiden Vorstände Uwe Stock (Schatzmeister) und Ulrich Kopetzki (2. Vorsitzender) haben dies getan und ESC-Boss Herden anschließend darüber in Kenntnis gesetzt. Ein zumindest ungewöhnlicher Vorgang. Am Freitag Abend piepte sein Handy. Eine SMS war eingegangen, Joachim Herden möge doch bitte einmal seine E-Mails checken. Und der ESC-Präsident tat, wie ihm geheißen und fand die schier unglaubliche Botschaft.

Die Chronologie der Ereignisse: Dienstag, 8. Februar: Auf einer Vorstandssitzung zerreißt das Tischtuch zwischen Herden auf der einen und Stock/Kopetzki auf der anderen Seite endgültig. Von ehrlicher Arbeit spricht Schatzmeister Uwe Stock, von fehlenden Zahlen und mangelndem Vertrauen spricht Herden, verbunden mit der Forderung, die Vereinskorrespondenz kontrollieren zu wollen. Joachim Herden nimmt die Briefkastenschlüssel an sich, wirft seinen Co-Vorständen vor, mit dem tatsächlichen Ausmaß der wirtschaftlichen Schieflage hinter dem Berg gehalten zu haben. Uwe Stock kontert, er habe seit Wochen und Monaten immer wieder auf die dramatische Lage hingewiesen. Einig sind sich beide Seiten nur im zahlenmäßigen Ausdruck des wirtschaftlichen Desasters. Aus den auf der Jahreshauptversammlung im Oktober kommunizierten 55 000 Euro an Altlasten sind, unter anderem aufgrund der Hallensanierung und damit verbundenen Mehrkosten und Mindereinnahmen, über 100 000 Euro geworden. Zudem fehlt noch viel Geld um die Saison überhaupt zu Ende spielen zu können. Insgesamt geht es um 221 000 Euro mit diesem Betrag wäre die Spielzeit gesichert und der Verein schuldenfrei. Sagen Herden und Stock, womit die Gemeinsamkeiten aber auch schon alle benannt wären. 

Donnerstag, 10. Februar: Das Finanzamt pfändet das Konto des ESC Moskitos. Der Verein ist damit nicht mehr Herr im Haus. Freitag, 11. Februar: Ulrich Kopetzki und Uwe Stock, am Dienstag zuvor von ESC-Boss Joachim Herden praktisch entmachtet, suchen juristischen Rat, wie man auf die Pfändung reagieren sollte, oder muss. Wir haben überhaupt nicht an eine Insolvenz gedacht, aber der Rechtsanwalt hat uns gar keine andere Wahl gelassen, schildert Schatzmeister Stock die Ereignisse des späten Nachmittags. Andernfalls hätten wir uns möglicherweise der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht. Und alle anderen Vorstandskollegen übrigens auch. Uns ist dieser Schritt nicht leicht gefallen, im Gegenteil. Aber es war unsere kaufmännische Pflicht. Der Antrag sei noch vor Ort ausgefüllt und abends beim Amtsgericht eingereicht worden, wir hatten leider gar nicht die Gelegenheit, Joachim Herden früher zu informieren.

Der kämpft seit Wochen und Monaten für eine Zukunft der Moskitos. 130 000 Euro seien schon geflossen, sagt Herden, besagte 221 000 fehlen noch immer. Nur: Joachim Herden hat nun keine Zeit mehr. Ein Großteil davon muss kurzfristig beschafft werden. So lange das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet ist, kann der entsprechende Antrag zurückgezogen werden. Herden muss nun ganz schnell die angestrebte Finanzierung, geplant sind rund 150 000 Euro, auf die Beine stellen, ihm bleiben wohl rund 48 Stunden. Die Mannschaft ist nicht zu teuer. Nach dem Insolvenzantrag will ESC-Präsident Joachim Herden schnellstens ein Rettungspaket schnüren und wehrt sich gegen Vorwürfe, eine überteuerte Mannschaft habe den Verein in Schieflage gebracht. Der Mann hat Mut, das muss man ihm lassen. Nach Bekanntwerden des Insolvenzantrages hatten sich ESC-Fans im Moskito-Forum zu einer Protestkundgebung vor dem Heimspiel gegen Herne verabredet. Rund 50 Fans standen dann frustriert, wütend und geschockt vor der Eishalle, und Herden immer mittendrin. Versicherte ungezählte Male, der Insolvenzantrag sei hinter seinem Rücken und ohne Not gestellt worden, weil er kurz davor gewesen sei, ein Finanzierungspaket für den Rest der Saison zu schnüren. Und er wehrt sich gegen den wiederholten Vorwurf, die Mannschaft sei viel teurer geworden als geplant. Die Mannschaft ist nicht zu teuer. Zu Saisonbeginn hat Jari Pasanen die Vorgabe von 150 000 Euro Mannschaftsetat bekommen. Da war ich noch gar nicht dabei. Die Mannschaft kostet uns jetzt 142 000 Euro. Damit sind wir unter dem Limit geblieben. Der mit Blick auf die Playoffs nachverpflichtete Stürmer Christopher Straube steht nach Herdens Angaben nicht auf der Gehaltsliste des Vereins, sondern werde von ihm selbst bezahlt. Schatzmeister Uwe Stock dagegen sagt, zumindest die Miete für Straubes Wohnung werde über Vereinskonten bezahlt. Wenn nicht die Mannschaft das Minus in einer Größenordnung von rund 220 000 Euro verursacht hat, was dann? Strittig diskutiert wird die Frage, wie viel Schulden noch Altlasten der Vorsaison sind. Vizepräsident Holger Schulz beziffert im Fan-Forum die Altlasten auf rund 60 000 Euro. Stimmt das? Joachim Herden hebt die Schultern. Die Lage ist derzeit so unübersichtlich, dass ich den Anteil der Altlasten nicht wirklich beziffern kann.

Quelle: Achim Faust für DerWesten.de


Moskitos vor der Rettung?

Spielfrei, eigentlich mal ganz schön, doch die Moskitos stehen im Moment unter Vollspannung. Bekommt der Verein die dritte Insolvenz der Moskitos vom Tisch? Geht es weiter am Westbahnhof oder gehen die Lichter aus? Mannschaft und Trainer gehen recht locker mit der Situation um, "wir bekommen Geld und wir hauen Ratingen in die Pfanne" war aus Mannschaftskreisen zu hören. Und das taten Petrozza, Geisberger und Co. dann auch. Zwar taten sich die Pasanen Schützlinge im ersten Abschnitt etwas schwer, das Powerplay Tor von Geisberger glich Gross schnell aus, und die anfangs überlegenen Hausherren gingen sogar in Führung. Finkenrath verhinderte gar schlimmeres, doch dann bekamen die Gäste das Spiel in den Griff, Petrozza, Koziol und erneut Geisberger schossen noch im ersten Drittel die deutliche Führung heraus. Roman Weilert machte es dann im Mitteldrittel vor, er schloss einen Alleingang eiskalt ab und überwand Dillmann im Ratinger Gehäuse mit einem schönen Schuss ins untere Eßen sich das Spiel nicht mehr nehmen. Mit 7:2 gewannen die Moskitos am Ende ein Spiel, ein wenig mit angezogener Handbremse, aber auch in den ersten Minuten schwer getan. Platz zwei bleibt also deutlich am Westbahnhof. Sportlich also alles im Griff, nun müssen in der aktuellen Wochen auch wirtschaftlich Taten folgen damit die Moskitos eine Zukunft haben!(uvo)


Liebe Moskitogemeinde, Fans, Freunde und langjährige Unterstützer des Essener Eishockeysports,

eine für alle Beteiligten schwierige, turbulente und nervenzerreißende Saison ist zu Ende. Ihr alle hattet maßgeblichen Anteil an dem Erfolg der letzten drei Monate und der Tatsache, dass wir diese Saison erfolgreich beschließen konnten. Trotz diverser wirtschaftlicher Probleme, einer abgewandten Insolvenz sowie ständiger Störfeuer aus dem Hintergrund, konnten wir letztendlich doch gemeinsam Eishockey am Westbahnhof erleben. Dafür möchte ich Euch allen noch einmal meinen tiefen Dank aussprechen.

Gleichwohl gilt es nun die Vergangenheit der Moskitos aufzuarbeiten und sich einen finalen Gesamtüberblick über die wirtschaftliche Vergangenheit und die zukünftigen Möglichkeiten zu verschaffen. Leider fehlen uns bis heute immer noch wichtige Bilanzen, Verträge und Korrespondenzen der letzten drei Geschäftsjahre, was eine endgültige Aufarbeitung und abschließende Beurteilung unmöglich macht. Alle Versuche die notwendigen Unterlagen von den ehemaligen Vorstandsschaften zu bekommen sind, trotz mehrerer Gespräche, Telefonate und schriftlicher Korrespondenz, erfolglos geblieben. Inzwischen haben sich unsere Rechtsanwälte und Steuerberater der Sache angenommen und werden juristische Schritte prüfen und entsprechend in die Wege leiten. 

Diese unklare Gesamtsituation sorgt dafür, dass bestehende sowie potentiell neue Sponsoren eher verhalten auf ein mögliches finanzielles Engagement reagieren. So kann und darf es meiner Meinung nach nicht weitergehen. Bislang habe ich persönlich die finanzielle Hauptlast alleine getragen und mich um alle wirtschaftlichen Belange des Vereins gekümmert. Diese Last muss nun dringend auf viele Schultern verteilt werden, um das Bestehen der Moskitos langfristig zu sichern. Trotz dieser widrigen Umstände, bin ich immer noch von der Sache absolut überzeugt und werde mit aller Energie für das Fortbestehen der Moskitos weiterkämpfen!

Abschließend wende ich mich in diesem Zusammenhang an die Essener Wirtschaft mit der persönlichen Bitte, den Verein ESC Moskitos Essen e.V., sowie seine vielen Mitgliedern und Aktiven, möglichst langfristig und finanziell zu unterstützen. Nur mit vereinten Kräften gibt es die Möglichkeit, den neu eingeschlagenen und bislang transparenten Weg weiterzuführen um den Verein eine positive, stabile und strukturierte Zukunft zu ermöglichen. Bitte helfen Sie mit.

Quelle: Joachim Herden in einer Pressemitteilung


Insolvenz eingeleitet

Liebe Fans, Mitglieder und Freunde der Moskitos, sehr geehrte Damen und Herren, wir, der Notvorstand und seine ehrenamtlichen Helfer sind froh, dass wir es gemeinsam in der jüngsten Vergangenheit geschafft haben eine erste Insolvenz abzuwenden und den Spielbetrieb bis zum Saisonende erfolgreich aufrechterhalten zu haben. In den letzten Wochen und Monaten haben wir intensiv dafür gekämpft, dem Verein eine langfristige und stabile Zukunft zu ermöglichen. Trotz aller Anstrengungen und Bemühungen konnten wir die massiven Verfehlungen der Vergangenheit, und die daraus resultierenden Probleme, nicht korrigieren. Die späte und unvollständige Übergabe von wichtigen Vereinsunterlagen erfolgte erst am 10.03.2011 im Büro von Herrn Pasanen und wurde dort schriftlich dokumentiert. Nach Sichtung der uns vorliegenden Dokumente, durch unsere Rechtsanwälte und Steuerberater, wurde folgendes Ergebnis mitgeteilt,

1. die gesamte Vereinsdokumentation enthält Lücken und ist unvollständig

2. seit 2008 gibt es Hinweise auf finanzielle Unregelmäßigkeiten und nicht nachvollziehbare Transaktionen

3. es gibt keine definitive Übersicht über die Gesamtverbindlichkeiten des Vereins

Auf Nachdruck unserer Anwälte und aufgrund der benannten Tatsachen, mussten wir heute beim zuständigen Amtsgericht Essen Insolvenz anmelden. Unser Ziel ist es, mit einer möglichen Planinsolvenz den Verein schrittweise zu entschulden und den Spielbetrieb für die kommende Saison zu sichern. Wir werden alle relevanten Möglichkeiten prüfen und für den Verein, seine Fans, Mitglieder und Sponsoren bis zum Schluss weiterkämpfen.

Joachim Herden

Präsident

ESC Moskitos Essen e.V.

   
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