Vorschau auf die Saison 2009/2010 

Die Saison Zwei nach "dem großen Krach" im Moskitos Lager beginnt im sportlichen Bereich durchaus mit "einigen Krachern". Vor allem Frank Petrozza, Torsten Schmitt und Christian Kohmann dürfen für die Regionalliga als Top-Neuzugänge bezeichnet werden, da darf die Fangemeinde sehr gespannt sein, ob dazu noch Kontingentspieler an den Westbahnhof geholt werden und welche Klasse diese besitzen werden. Zudem war aus Vorstandskreisen zu hören, dass die Moskitos den Sprung aus der Regionalliga nicht ausschließen wollen. Sportlich dürfte das angesichts des Kaders sogar gelingen, angesichts von zwei Insolvenzen in kurzer Zeit gibt es jedoch rund um den Westbahnhof nicht wenige, die bei solchen Aussichten immer ängstlich Richtung Finanzen schielen. Nach Aussagen von Präsident Frank Dittmann gelang es jedoch in der Vorsaison die Altschulden abzubauen, so dass der Unternehmer Dittmann sich mit seiner Vorstands Mannschaft sicherlich im Klaren ist was zu tun ist. (UVO)

Vorbereitung mit nur einem Sieg

Nimmt man die reinen Ergebnisse darf man beim selbsternannten Aufstiegsaspiranten vom Westbahnhof nicht unbedingt zufrieden sein. Gegen Oberligist Herne gab es zwei klare Niederlagen. Ebenso gegen Oberligist Dortmund, auch wenn diese beiden Niederlagen wesentlich moderater ausfielen. Gegen die Herner Filiale, den verhinderten Zweitligisten Füchse Duisburg setzte es ebenfalls zwei Niederlagen, auch wenn eine davon nur nach Penltyschießen zustande kam. Einzig gegen den weiteren Liga-Gegner, Lippe Hockey Hamm reichte es zuhause zu einem knappen 5:4 Sieg, im Hammer Maximilianpark verloren die Kruminsch Schützlinge allerdings ebenfalls mit 3:2.

Auf die zwischenzeitlichen Verletzungen von Kastner, Kalinowski, Petrozza, Sondern und Hauptig reagierten die Macher am Westbahnhof mit der Verpflichtung eines zweiten Kontingentspielers. Zunächst im Try-Out, konnte der Kanadier David Inman die Verantwortlichen überzeugen und erhielt die zweite Kontingengtstelle neben Antti-Jussi Miettinen. 

Mitgliederversammlung

Lediglich 59 stimmberechtigte Mitglieder wollten dem Ereignis beiwohnen, da trotzdem Beschlussfähigkeit festgestellt wurde, hat einer der einst Mitgliederstärksten Eishockey-Vereine Deutschlands mit aktuell knapp 300 Mitgliedern stark an Akzeptanz verloren. Um dieses zu ändern traten auch mit Frank Skrube (Vizepräsident) und den neuen Beisitzern Melanie Hohmann und Dirk Unverferth drei neue Mitglieder im Stab von Präsident Frank Dittmann an. Der Kader für die Saison 2009/2010 wurde, auch mit der Nachverpflichtung von David Inman knapp 30% teurer. Ein wenig gegensätzlich zwei weitere Informationen seitens der Vereinsführung, zum einen wolle man in die Oberliga aufsteigen, für die Akquise neuer oder alter Sponsoren wurde aber bisher keine Zeit gefunden. (UVO)

Sportlich TOP, doch hinter den Kulissen rumorte es

Fünfzehn Meisterschaftsspiele stand Juris Kruminsch in der Saison 2009/2010 hinter der Bande, dann trat er ab von der Bühne Öffentlichkeit. Obwohl die Mannschaft sportlich die erwarteten Ergebnisse lieferte war im Umfeld des Regionalligisten immer wieder von lustlosen Spielen zu hören. Die Leistungsträger machten nur das Nötigste und das Umfeld wurde unruhiger. Nach 15 Spielen zog Trainer Juris Kruminsch selbst die Notbremse und trat von seinem Job als Trainer der Moskitos zurück. Für ihn übernahm zunächst der sportliche Leiter Uli Egen das Team und führte es auch direkt zu ein paar Siegen gegen starke Teams. Wie allerdings vom Westbahnhof zu hören war, sollte das nur eine Übergangslösung sein und ein neuer Trainer würde gesucht. 

Parallel zum Rücktritt des Cheftrainers war auch direkt im Vorstand wieder Unruhe. So trat Vorstandsmitglied Frank Rohlfink ebenfalls mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück. Gerüchten zufolge soll Rohlfink einer der treibenden Kräfte gegen Juris Kruminsch gewesen sein worauf sein Präsident ihm den Rücktritt nahe legte. Uli Egen ist nicht nur vorrübergehend Trainer der Moskitos, er übernahm auch gleichzeitig den Posten des Mannschaftsführers von Bernd Werner. Werner ist damit zunächst von allen Aufgaben entbunden. (uvo)

Versuch Nummer Fünf stand unter schlechten Vorzeichen - Am Ende punkteten die Moskitos aber im Fuchsbau doch.

ESSEN. Vier Spiele hatten die Stechmücken und die Füchse in der aktuellen Saison bereits gegeneinander bestritten, jeweils zwei davon in der Vorbereitung und zwei in der Hauptrunde. Gewinnen konnten die Egen/Suarez Schützlinge bisher kein einziges. Das sollte sich aus Sicht der Moskitos beim fünften Aufeinandertreffen ändern, doch die Vorzeichen waren schlecht. Auf fünf Spieler musste Egen verzichten, neben Kapitän André Grein fehlten dem Essener Coach die Verteidiger Kastner, Kalinowski und Kontingentspieler Inman ebenso, wie Stürmer Jan Werner. Zu allem Überfluss brach dann noch bei dem in die Defensive beorderten Christian Vogel eine Kufe, sodass das Team von Westbahnhof zunächst ohne Sechs ins Spitzenspiel einsteigen musste.

Anders dagegen die heimischen Füchse, hier konnte Coach Czeslaw Panek von Beginn an aus dem Vollen schöpfen. Shannon McNevan stand zur Verfügung, Nils Liesegang hatte seine Spieldauerstrafe aus dem Spiel gegen Hamm abgesessen und auch Goalie Christian Lüttges hatte seine Bronchitis überwunden und konnte spielen. Panek plagten aber unter der Woche ganz andere Sorgen. Hatten die Duisburger die Vorrunde aufgrund ihres recht ausgeglichenen Kaders noch klar dominiert, so war das Team von der Wedau mit leichten Problemen in die Hauptrunde gestartet. Zum Start in die Runde gab es eine 4:3 Penalty-Niederlage in Neuss, daheim gegen starke Hammer zitterten sich die Panek Schützlinge zu einem torreichen 7:6 Erfolg und bei keineswegs übermäßig starken Königsbornern gab es auch "nur" einen knappen 3:2 Erfolg.

Damit waren die Rollen für das Spiel vergeben und die Fans beider Lager fieberten dem Derby entgegen. Dass das alte Revierderby nicht auf die Ligen-Zugehörigkeit schaut, zeigt nach den jeweiligen DEL-Abenteuern beider Vereine der aktuelle Zuschauer-Zuspruch bei solch einem Spiel. Wie schon beim Vorrundenspiel vor Weihnachten wollten wieder über 3.000 Zuschauer dieses Spiel sehen, so mancher DEL Nachbar wird sich verwundert die Augen reiben angesichts dieser Zahl. Etwa 400 Essener Fans hatten den Weg in die Scania-Arena gefunden, teilweise organisiert mit einer gemeinsamen S-Bahn Fahrt. Insgesamt lieferten die Fans beider Lager einen stimmungsvollen Rahmen ab, der zum Derby passte. Allerdings lieferte das Spiel auf dem Eis auch die notwendige Vorlage dazu, denn es war einfach ein "geiles Spiel."

Bereits nach knapp sieben Minuten jubelten die Füchse-Anhäger, die Moskitos dachten, "wie immer in dieser Saison." Was war passiert, zunächst saß Füchse-Defender Alexander Engel in der Kühlbox als Sascha Panek einen Angriff der Moskitos abfing, den Puck zu McNevan schob, der schickte Nils Liesegang auf die Reise und Essens Goalie Schmitt durfte zum ersten Mal hinter sich greifen. Nicht ganz drei Minuten später dann der nächste Schock für die mitgereisten Essener Fans, Duisburgs Udo Schafranski erhöhte auf 2:0 und die meisten Zuschauer in der Scania-Arena dachten an das Spiel im Dezember, als die Füchse auch klar mit 8:2 als Sieger vom Eis gingen. Beide Mannschaften trafen im ersten Abschnitt noch jeweils zwei Mal, Amini Jia und Mats Schöbel für das Panek-Team, sowie die Verteidiger Höveler und Scharfenort auf Essener Seite, mit 4:2 ging es in die erste Pause.

Und die Heimmannschaft machte im Mitteldrittel da weiter wo sie im ersten aufgehört hatten. Die Füchse besannen sich alter Tugenden und das machte sich auch im Ergebnis bemerkbar, Schübel und Liesegang schraubten das Ergebnis auf 6:2 hoch und angesichts der Vorzeichen gab es nicht mehr viele in der Halle, die auf die Gäste setzten. Bis auf die Mannschaft von Uli Egen selbst, das Team steckte zu keiner Zeit auf und fightete immer zurück, und wurde belohnt! Noch im Mittelabschnitt konterten die Moskitos innerhalb von 43 Sekunden mit zwei Gegentreffern. Zunächst war es Antti-Jussi Miettinen, dann Christian Nieberle, die den Rückstand verkürzten. Damit hatten die Moskitos den Kampf angenommen und bliesen trotz der vielen Ausfälle zum Kampf. Zwar besorgte Mats Schöbel noch in diesem Abschnitt das 7:4, doch der Top-Torjäger der Moskitos, Frank Petrozza schloss einen schönen Alleingang zum 7:5 ab. Dieser Treffer sorgte jedoch auch für Diskussionen, der Puck war nur hochkant über der Linie und so mancher, inklusive Schiedsrichter Heffler war sich zunächst unsicher ob der Gültigkeit des Treffers. Kurz vor Drittelende leiste sich EVD-Verteidiger Sascha Panek dann noch einen Ellbogencheck mit Verletzungsfolge gegen Moskitos-Stürmer Hendle und durfte mit einer fünf plus Spieldauerstrafe duschen gehen.

Das letzte Drittel gehörte dann ganz den Moskitos, zwar konnte das Egen Team die 5-minütige Überzahl zunächst nicht nutzen, doch die Wedauer waren gerade wieder komplett, da schlugen die Essener zu. Christian Nieberle, der mit drei Toren eine bärenstarke Partie machte, erzielte den Anschlusstreffer. Unter dem Jubel der mitgereisten Essener Fans erzielte Pierre Schulz in der 48. Spielminute gar den Ausgleich, jedoch war das Spiel damit noch nicht gelaufen. Mats Schöbel traf in der 53. Minute mit seinem vierten Treffer an diesem Abend, und wieder waren die Fans der Moskitos im Tal der Tränen. Christian Nieberle erlöste die Essener Fans dann aber, ein Zuspiel von Christian Kohmann brachte er zum erneuten Ausgleich von 8:8 im Füchse Tor unter.

Janne Kujala war es am Ende, der den entscheidenden Penalty verwandelte. Damit gewannen zwar wieder die Füchse, die Moskitos behielten aber ihre Tabellenführung und nahmen einen Punkt mit. Und auch beide Trainer gaben sich locker, beide meinten, dass das Spiel für die Zuschauer ein tolles Spiel gewesen sei. Zwar wollten sowohl Panek wie auch Egen den Sieg letztendlich für sich beanspruchen, aber unzufrieden war trotzdem keiner von beiden. Beide hatten Schwächen in der eigenen Defensive ausgemacht, 17 Tore sind da auch deutlich. (uvo für Eishockey NEWS)

Sportlich Top, doch unter der Oberfläche rumort es. - Warum Platz Eins bei den Moskitos täuschen könnte. 

ESSEN. Glatte Erfolge gegen die Underdogs der Liga, souverän herausgespielte Siege gegen Teams, die mehr oder weniger auf Augenhöhe mit den Moskitos spielen und gar ein Punkt beim Vorrunden-Primus aus Duisburg, bei den Moskitos sollte eigentlich nach den ersten sechs Spielen alles Bestens sein. Die Truppe um Top-Torjäger Frank Petrozza gewann auch das Spitzenspiel gegen Verfolger Lippe-Hockey Hamm mit 7:5 und bleibt damit mit einem Punkt Vorsprung vor den Duisburgern an der Tabellenspitze der Regionalliga NRW. Die 873 Zuschauer am Westbahnhof sahen dabei eine Partie, bei der die heimischen Moskitos durch drei schnelle Tore von Miettinen und Maris Kruminsch (2) bis zur sechsten Spielminute mit 3:0 führte, danach spielte die Egen/Suarez Truppe das Spiel locker nach Hause.

Doch der sportliche Erfolg täuscht derzeit ein wenig äber die Probleme am Westbahnhof hinweg, unter der Oberfl�ähe rumort es. Soweit, dass der Fanrat dem Präsidium unlängst ein Ultimatum stellte, sich zu den drängenden Fragen der Fans zu äußern. Nachdem Präsident Frank Dittmann vor einiger Zeit gegenüber der Lokalpresse finanzielle Engpässe einräumte, interessiert den Fan natürlich, neben vielen anderen Themen, wie es um den NRW-Ligisten steht. Zusammenrücken von Vorstand und Fans, verbesserte Öffentlichkeitsarbeit, davon war die Rede beim Neubeginn, doch das leisten derzeit mehr oder weniger lediglich Fanvertreter und Pressesprecher auf Nachfrage. Zwar muss Präsident Dittmann derzeit gesundheitlich kürzer treten, doch auch schriftlich sieht sich niemand in der Lage Stellung zu nehmen. Ganz zu Schweigen davon dass einer der Vizepräsidenten eine Stunde seiner Zeit für den zahlenden Zuschauer erbringt. Ob das Sportliche langfristig von den Problemen unberührt bleibt, ist abzuwarten. (uvo)

Moskitos halten ruhige, unspektakuläre Fanversammlung ab, ein paar interessante Nuancen gab es aber doch.

Die Eiszeit am Essener Westbahnhof ist beendet, nicht sportlich, jedoch haben sich die Verantwortlichen nach langer Zeit des beharrlichen Schweigens den drängenden Fragen der Fans gestellt. Präsident Dittmann sowie auch Vizepräsident Skrube warben im VIP Raum der Eissporthalle für Verständnis, das man die Fans so lange im Unklaren ließ, doch viele der Unklarheiten habe man zu einem früheren Zeitpunkt auch nicht aufklären können.

Nach den Zahlungsproblemen im Dezember, die Dittmann seinerzeit gegenüber der lokalen Presse zugegeben hatte, sei die aktuelle Saison finanziell gesichert. In einem Nebensatz kam der Chef der Moskitos allerdings nicht umhin zuzugeben, dass dieser Umstand letztlich der Tatsache zu verdanken sei, das man recht sicher zusätzliche Einnahmen aus den Play Offs, sowie die hohe Einnahme aus dem Spiel gegen Erzrivalen Duisburg zu verbuchen hat. Leider sei man auch nicht umhin gekommen den Altlasten einige Neuschulden hinzuzufügen. Bei einer Überprüfung im vergangenen Herbst, bei der es nach Aussage des Präsidenten vor allem darum ging, Klarheit über eine korrekte Abrechnung des Ordnungsdienstes zu bekommen, sei aufgefallen, das in der Vergangenheit auch vereinzelt Spielergehälter nicht korrekt verbucht worden wären. Daraus habe sich eine Steuernachzahlung ergeben, die der Verein zwischenfinanziert hätte, womit das Thema vom Tisch sei. Es passt ins Bild, das die Moskitos derzeit in der Spitzengruppe der Regionalliga sportlich eine sehr gute Rolle spielen, den Machern vom Westbahnhof dürfte allerdings auch sehr daran gelegen sein, dass die geplante Regionalisierung der Oberliga für die kommende Saison in trockene Tücher gebracht wird, ein eingleisige Oberliga, wie sie derzeit von den Nachbarn Herne und Dortmund gestemmt wird dürfte derzeit am Westbahnhof nicht zu finanzieren sein. Am 27. März sollen diese Neustrukturierungen nun festgezurrt werden. Nach der Einschätzung von Sportdirektor Uli Egen ist das bereits perfekt, jedoch müssen die Modalitäten beschlossen werden damit die Vereine Planungssicherheit bekommen, "Natürlich finden Gespräche mit den Spielern statt, doch wir können derzeit keine Verträge verlängern oder Zusagen machen".

Großen finanziellen Sprüngen steht vor allem die dünne Sponsorendecke beim Club in der Kulturhauptstadt entgegen. Vizepräsident Frank Skrube nahm dann auch vor den Fans Stellung zur Situation "Mit vielen alten Sponsoren wurde gesprochen, doch viele gehen auf Distanz, wollen erst einmal abwarten, wie sich die Arbeit der Moskitos entwickelt", bei der schlechten Wirtschaftslage und mehreren namhaften anderen Vereinen in der Essener Sportszene sei es auch schwer neue Geldgeber zu akquirieren.Die Tatsache, dass wohl in der kommenden Saison keiner der aktuellen VIP-Räume mehr angeboten werden kann macht die Suche nicht einfacher.

Zu den unharmonischen Momenten des Abends gehörte übrigens dann ein Wortgefecht zwischen Dittmann und dem ehemaligen Vorstandmitglied Frank Rohlfink. Dittmann warf seinem ehemaligen Beisitzer vor, Internas nach Außen und an die Presse weitergegeben zu haben was Rohlfink vehement abstritt. Ob Frank Dittmann bei den im September anstehenden Neuwahlen wieder kandidieren wird wollte der Präsident nicht beantworten "Nach der Saison wird es Gespräche im Vorstand geben und wir werden danach dann weiter sehen", so der Chef der Moskitos, der aber auch durchblicken ließ, dass es für ihn nur mit einigen Änderungen auf dieser Ebene weiter gehen wird.(uvo)

Meisterschaft im Westen völlig offen, Essen gleicht aus. Traumfinale im Westen elektrisierte die Fans 

Die Duisburger Füchse hatten am Westbahnhof die Basis gelegt, doch die Moskitos glichen in der Scania- Arena wieder aus. Wie von den Duisburger Verantwortlichen vor dem Finale gewünscht, gelang der Panek Truppe in Essen ein Sieg, aber in von beiden Seiten mit viel Herzblut geführten Partien gegen den alten Rivalen Moskitos Essen ist die Meisterschaft in der Regionalliga weiter völlig offen. Die Essener Moskitos gewannen im Rückspiel in Duisburg und machen damit ein Entscheidungsspiel am Dienstag am Westbahnhof notwendig.

Duisburg gegen Essen, das waren in der Vergangenheit Spiele bei der die hoffnungslos unterlegenen Mücken an der Wedau abgeschossen wurden und deren Fans dieses wegen der Leistung ihrer Lieblinge mit einer Polonaise feierten. Das waren Spiele in denen Duisburgs ehemaliger Top-Torjäger Benoit Doucet nicht zu bremsen war und Tore am Fließband gegen Essen schoss, das waren aber auch Spiele in denen die Moskitos den Gast aus der 1. Liga Nord schossen. Auf jeden Fall waren es fast immer Spiele, die die Zuschauer im Ruhrpott sehen wollten.

Knapp 3.000 Zuschauer strömten bereits am Freitag in die Eissporthalle am Westbahnhof zum ersten Finalspiel. In einem engen, packenden Finale neutralisierten sich beide Teams im ersten Drittel und nur der Treffer von Gogulla, knapp fünf Minuten vor der ersten Sirene brachte die Gäste unter dem Jubel der etwa 800 mitgereisten Füchse-Fans in Führung. In den nächsten zwei Dritteln glichen die Moskitos schnell aus, doch ebenso schnell gingen die Gäste von der Wedau wieder in Führung. Ein packendes erstes Finalspiel, ganz nach dem Geschmack der Zuschauer, doch als die Gäste ab der 45. Spielminute bereits mit 5:3 führten, gab es nur wenige die auf die Moskitos setzten. Doch die Stechmücken kamen zurück, Maris Kruminsch glich mit zwei Treffern wieder aus und auch die erneute Gästeführung glich Antti-Jussi Miettinen zum 6:6 aus. Kampf und Finale pur am Essener Westbahnhof, doch eine Unachtsamkeit in der letzten Minute kostete die Moskitos Zählbares. 16 Sekunden vor Schluss konterten die Duisburger den Rivalen aus und Franz Fritzmeier schaffte mit seinem Siegtreffer die Basis für den Sieg in der Meisterschaft. "Unser Team braucht nach solch einer Leistung nicht den Kopf hängen lassen, es hat eine großartige Leistung gezeigt. Das Ergebnis zeigt, wie nah beieinander sich beide Teams befinden und zweite Spiel der Serie am Sonntag ist längst nicht entschieden. Wir wollen ein drittes Spiel am Dienstag und werden den Füchsen erneut einen großen Kampf liefern", war Trainer Uli Egen von der Moral seiner Mannschaft begeistert und lieferte gleich eine Kampfansage für Spiel Zwei mit: "Wir waren das bessere Team und wollen uns in Duisburg das dritte Spiel holen."

Die beiden stärksten Vereine der Haupt- und Endrunde der Regionalliga NRW marschierten relativ problemlos durch die Pre-Play Offs und das Halbfinale der Play-Offs gegen die beiden Nord-Vereine Rostock und Braunlage. Und das Derby zwischen den Moskitos und den Füchsen elektrisierte auch in der vierten Liga die Zuschauer. In den vier Spielen von Haupt- und Endrunde strömten insgesamt über 11.000 Zuschauer zu den Spielen der beiden Regionalliga-Topclubs.

Wieder begann das Spiel sehr eng, zwar gingen die heimischen Füchse durch Janne Kujala in Führung, doch Hendle glich für die Gäste aus. Shannon McNevan brachte seine Farben im ersten Drittel wieder in Front. Und wieder neutralisierten sich beide Teams, und auch im Mittelabschnitt sahen die etwa 3.500 Zuschauer in der Scania-Arena ein enges Spiel. Mit dem besseren Ende für die Gäste, denn Inman und Top-Torjäger Petrozza drehten den Spieß um und brachten die Stechmücken in Front. Im letzten Abschnitt lag der Jubel bei den etwa 1.000 mitgereisten Moskitos-Fans, zwar war der Essener Keeper Schmitt nun Zielscheibe von Duisburger Dauerbeschuss, doch die Moskitos wussten erfolgreich zu kontern. In der 47. Spielminute ließ Essens Kapitßn André Grein dem Duisburger Goalie Lüttges keine Chance und erzielte das 2:4. Damit haben sich die Moskitos mit viel Herzblut, und der Unterstützung ihrer Fans sportlich eine weitere Chance erarbeitet und es kommt am kommenden Dienstag zum alles entscheidenden Spiel am Essener Westbahnhof, daran änderte auch der Duisburger Anschlusstreffer in letzter Sekunde nichts mehr.(uvo)

Moskitos überflügeln die Füchse auf der Zielgeraden und holen die zweite Regionalliga-Meisterschaft nach 2002

Die Moskitos Essen sind Meister der Regionalligen West/Südwest und Nord. Das erste Spiel hatten die Stechmücken noch knapp verloren. Im Rückspiel am Sonntag, vor allem aber im alles entscheidenden Spiel am vergangenen Dienstag boten die Egen-Schützlinge eine Mannschaftsleistung die insgesamt geschlossener und aggressiver wirkte, die Truppe um Torjäger Petrozza zeigte die absolute Bereitschaft den Titel zu holen. Damit konnten die Moskitos ihren Fans und Partnern knapp zwei Jahre nach dem finanziellen Aus in der 2. Bundesliga, und dem damit verbundenem Absturz in die vierte Liga wieder einen beachtlichen Erfolg präsentieren. 

Wenn bärtige Männer ausgelassen tanzen und anderen Männern Bier über den Kopf schütten, dann gibt es fast immer eine Meisterschaft zu feiern. So geschehen am vergangenen Dienstag in der Eissporthalle am Essener Westbahnhof. Völlig losgelöst tanzten die Spieler von Uli Egen nach der Schlusssirene mit Fans und Verantwortlichen auf dem Eis und anschließend in der Kabine weiter. Ein Großteil der Experten und Fans hatte die Füchse aus Duisburg höher gehandelt als die Moskitos, doch am Ende siegte der unbändige Wille den Titel an den Westbahnhof zu holen. Entsprechend glücklich gab man sich auch in der Führungsetage der Moskitos, auf den Punkt brachte es der Essener Top-Torjäger Frank Petrozza: "Wir sind als echtes Team auftreten. Das war der Unterschied. Die Duisburger dachten, das wird eine einfache Sache. Aber da haben sie von uns eine Überraschung bekommen".

Vor 3.041 Zuschauern neutralisierten sich beide Teams im ersten Abschnitt noch weitestgehend, erst im 2. Drittel kam Bewegung in die Partie. Drei Verteidiger-Tore im zweiten Spielabschnitt brachten den Stechmücken am Ende den Sieg. Zunächst traf Christian Kohmann in Überzahl, Benedikt Kastner erhöhte in der 32. Spielminute unter dem Jubel der Heim-Fans auf 2:0. Doch die Gäste glichen innerhalb von zwei Minuten durch Schöbel und Liesegang wieder aus. Nach einer handfesten Auseinandersetzung wanderten der Essener Werner und der Duisburger Aminikia in die Kühlbox, Duisburgs Stürmer Nils Liesegang musste dort eine Minute später ebenfalls Platz nehmen. Das nutzte Moskitos Verteidiger David Inman zur erneuten Führung der Essener, und die gaben die Moskitos auch bis zum Ende nicht mehr her. Zwar machten die Gäste im letzten Abschnitt noch einmal mächtig Druck, doch die Moskitos hielten mit viel Geschick und Können ihren Titel fest.

An der Wedau gab man sich nach dem Finale als fairer Verlierer, "Im Grunde sind wir mit dem Saisonverlauf zufrieden. Wir sind stolz das Finale erreicht zu haben und hätten der Arbeit einer Saison gerne die Krone aufgesetzt. Natürlich sind wir enttäuscht dass es am Ende nicht gereicht hat, unser Anspruch war es schon, Meister zu werden. Wir gratulieren den Moskitos allerdings auch, wer ein Finale gewinnt ist immer verdient Meister, " so Bülent Aksen, Pressesprecher der Füchse.(uvo)