Zusammenfassung der Saison 2008/2009

Verein am Scheideweg, das Fanlager komplett gespalten, zum ersten Mal in der Geschichte der Moskitos bildete sich eine erstzunehmende Opposition, aufgrund der mehr als undurchsichtigen Finanzlage des Hauptvereins trat diese aber letztlich nicht zur Wahl an. So wurde Frank Dittmann Präsident, die zweite Mannschaft sollte es in der Regionalliga NRW richten. Verstärkt mit Kevin Bruijsten und David Bromé ging das Team und Aufstiegscoach Juris Kruminsch an den Start. Zwar spielten die jungen Wilden ganz ordentlich mit, jedoch konnte man nach wenigen Spielen mit André Grein aus Neuss den Leader an den Westbahnhof lotsen, den die Mannschaft vielleicht noch gebraucht hatte.

Am Ende der Hauptrunde belegte das Team den dritten Platz, schlug sich ordentlich und mit Engagement gegen Topfavorit Dortmund. In der Aufstiegsrunde ärgerte man am Schluss gar die Favoriten, schrammte aber knapp an den Play Offs vorbei. Im Schnitt fanden nur noch gut 600 Zuschauer den Weg an den Westbahnhof. (uvo)


 Splitter der Saison 2008/2009 - Schwierige Saison für die Moskitos

Der einstige NRW-Vorzeigeclub ist erneut in den Niederungen des deutschen Eishockeys angekommen. Mit der zweiten Insolvenz innerhalb weniger Jahre verabschiedeten sich die Moskitos Essen im Frühjahr einmal mehr aus dem Profieishockey. Nur die Tatsache, dass der zweite Anzug den Aufstieg in die Regionalliga schaffte, verhinderte den tiefen Fall in die Landesliga. Die Stechmücken stehen nach DEL-Rauswurf und ESBG-Ligen-Aus also am Scheideweg. Nachdem der neue Vorstand um Frank Dittmann eine Opposition bereits vor dem Wahltag aus dem Rennen schlug, muss er nun mit seiner zusammen gewürfelten Vorstandscrew die Kehrtwende schaffen, will der Club nicht den Anschluss an benachbarte Vereine total verlieren und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Die verbrannte Erde, die die Moskitos in den letzten Jahren in Essen bei Fans und Sponsoren hinterlassen haben, dürfte zu einer hohen Hürde werden. 

Um den sechsten Platz möchte man mitspielen. Dem punktuell verstärkten Kader der letzten Saison wird das auch zugetraut. Michael Gundlach steht wieder im Tor. Die Abwehr, wohl der anfälligste Mannschaftsteil, wurde nur mit Emanuel Grund aus Kassel verstärkt. Als Knipser im Sturm wurde den Fans David Bromé verkauft. Doch sieht man sich die Statistik des Schweden etwas genauer an, so hat er allein sechs seiner 18 Tore gegen die hoffnungslos unterlegenen Moerser geschossen und konnte nach seinem Abgang in Neuss bei keinem höherklassigen deutschen Team begeistern. Auch Maris Kruminsch wurde als Glücksgriff verkauft. Allerdings blieb er letzte Saison bei all seinen Stationen aufgrund von Verletzungen und Kapriolen nie lange. Die mittlerweile sehr skeptischen Fans werden die weiteren Ereignisse verfolgen und schauen, ob der Verein noch einmal die Kurve bekommt. Die Saisonvorbereitung missriet erst einmal, was aber nicht an den Moskitos lag. Aufgrund technischer Probleme in der Essener Eissporthalle, die 2009 geschlossen werden muss, wenn sie nicht saniert wird, konnte bis Anfang September kaum auf Eis trainiert werden. Uwe Vogt für Eishockey NEWS 


Vorstand knapp bestätigt

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wird der Vorstand der Moskitos von den erschienenen Mitgliedern knapp bestätigt.

Präsident: Frank Dittmann

Vizepräsidenten: Ulrich Kopetzki und Stefan Meier

Schatzmeisterin: Corinna Arnolds

Beisitzer: Uli Egen, Uwe Stock, Hartmut Rüdig, Frank Rohlfing und Holger Schulz

Nachdem die in der Vorsaison von den Fans gewählten Fanvertreter Dirk Habermehl und Oliver Maier nicht weiter zur Verfügung stehen, wird in der Folgezeit Holger Schulz vorgeschlagen/gewählt und ist entgegen der Satzung direkt Vorstandsmitglied.

Sportlich startet der Verein in der Regionalliga, mit der Mannschaft der 1b, die den Aufstieg geschafft hat. Dazu sollen zwei Ausländer verpflichtet werden. Der überwiegende Teil der Mannschaft, die in der Vorsaison den Aufstieg geschafft hat wurde gehalten. Mit dem Schweden David Bromé und dem Niederländer Kevin Bruijsten wurde der Kader um zwei ausländische Stürmer aufgewertet. Vor allem Bruijsten kann auch in der Anfangsphase der Saison die Fans überzeugen. Bei Bromé wechseln Licht und Schatten, gegen schwache Gegner kann er glänzen, gegen stärkere Gegner kann er oft nicht überzeugen. 


Verein kommt nicht zur Ruhe

Nach den ganzen Querelen der Vorsaison um Trainervorstellung und Insolvenzantrag, Opposition und Vorstandswahlen schafft es der Verein in der Saison 2008/2009 einfach nicht aus den negativen Schlagzeilen zu kommen. Zunächst sorgt ein Wassereinbruch im Restaurant "Zum Puck" für einen langfristigen Schaden und zwingt die Betreiber ihre Gastronomie in den Kellerräumen der Eissporthalle zu betreiben. Wie schon häufig passiert gibt auch die Eisaufbereitung zu Beginn der Saison den Geist auf und zwingt Juris Kruminsch mit seinem Team in andere Hallen auszuweichen, bzw. verstärkt Trockentraining zu machen.

Neue Sponsoren lockt das alles nicht gerade an so dass Präsident Dittman nur verkünden kann, dass ein paar alte Sponsoren weiterhin gebunden werden können und auch ein paar Gönner weiterhin im Boot bleiben. Als der Telefon-, bzw. Faxanschluss des Vereins etliche Tage nicht erreichbar ist, gehen bereits wieder Gerüchte von einer kompletten Pleite um, der Verein habe nicht mehr bezahlt und deswegen wurde das abgestellt. Zu allem Überfluss gibt es im Internet den ersten Rauswurf des neuen Vorstands, wegen "Schreibschwäche kündigt der Vorstand dem Webmaster und legt die Administration wieder in bewährte Hände. Für Ruhe sorgt das alles nicht, und die vielen Kritiker lässt die "neue Transparenz" auch nicht verstummen. 


Neuverpflichtung trotz sportlichem Erfolg

Nach 13 Spielen der Einfachrunde sind die Moskitos im Soll, mit 26 Punkten liegen die Kruminsch Schützlinge auf dem fünften Tabellenplatz. Vorgabe der Vereinsführung war es einen der ersten sechs Plätze zu erreichen, die zur Teilnahme an gemeinsamen Endrunde berechtigen.

Auf die langfristige Verletzung von Christian Nieberle reagieren die Verantwortlichen am Westbahnhof in der Form, dass sie direkt den Topscorer der Liga, den ehemaligen Moskitos Spieler André Grein aus Neuss loseisen. Grein, der bereits in der Oberliga für die Moskitos die Schlittschuhe schnürte, soll nach dem Geschmack von Juris Kruminsch das junge Team führen und zum erfolgreichen Abschneiden in der Saison führen.


Austausch von "Personal" 

In einer Pressemitteilung informieren die Moskitos, dass Verteidiger Benedikt Rangen aus disziplinarischen Gründen nicht mehr zum Kader gehört. Dafür verpflichtet man, wie man extra betont, ohne zusätzliche Kosten den gebürtigen Düsseldorfer Verteidiger Dennis Stroeks aus Leipzig. Mittlerweile klettert das Kruminsch Team kurz vor Weihnachten nach Siegen über Verfolger Neuss vor 610 Zuschauern und einem 17:0 Kantersieg bei völlig überforderten Solingern auf Rang drei der Tabelle.


Hauptrunde verläuft erfolgreich 

Auch Dank der Verpflichtung von André Grein, der sich für das junge Team als Leader erweist, aber auch mit viel Kampfgeist, schlägt sich die Truppe in der Regionalliga äußerst erfolgreich. Am Ende der Hauptrunde springt ein dritter Tabellenplatz heraus, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Oberliga berechtigt.


In der Aufstiegsrunde reicht es nicht ganz 

Die Moskitos starten mit einem 1:0 Sieg gegen den Neusser EV in die Oberliga Aufstiegsrunde. In den nächsten beiden Begegnungen muss man aber klar erkennen wer die Favoriten in der Gruppe sind, es hagelt mit 1:4 eine klare Niederlage in Hügelsheim und im folgenden Heimspiel muss man sich glatt mit 2:8 den Westfalen Elchen aus Dortmund geschlagen geben. Insgesamt hält die Mannschaft auch in der Aufstiegsrunde ganz gut mit, hechelt jedoch immer dem Quartett aus Dortmund, Hügelsheim, Neuss und Düsseldorf hinterher. Dabei rangelt man lange mit Dinslaken und Ratingen, bleibt aber letztlich vor den Reviernachbarn. Sieben Spiele vor Ende der Runde kassiert man in Neuss eine unnötige 9:5 Niederlage und verliert Maris Kruminsch mit einer Spieldauerstrafe, um dann auf eigenem Eis den großen Rivalen Hügelsheim zu bezwingen.

Letztlich reicht die Kraft aber nicht für die Play Off Runde, Platz fünf steht am Ende für den sportlichen Erfolg des jungen Teams. Auch wenn die Saison sportlich durchaus als Erfolg zu werten sein dürfte, auch finanziell war davon zu hören, dass die Schulden abgebaut worden wären. Hinter den Kulissen kam der Verein allerdings nicht so ganz zur Ruhe. Mit Hartmut Rühdig und Stefan Meier traten zwei direkte Vorstandsmitglieder gegen Ende der Saison zurück. Auch Bernd Werner, alter Vorstandsmann und aktueller Pressesprecher warf das Handtuch und stand nicht mehr für offizielle Aufgaben zur Verfügung. Neuer Pressesprecher am Westbahnhof wurde mit Dirk Unverferth ein alter Bekannter, langjähriger Fotograf, Journalist und Sportmagazin Herausgeber übernahm den Posten. (uvo)