Das war die Saison 2001/2002


 Wir können eines versprechen: Kampf bis zum Umfallen!

Hallo Fans, herzlich willkommen zu unserem ersten Punktspiel in der Saison 2001/2002. Wie alle anderen Teams haben wir uns für die neue Spielzeit sehr viel vorgenommen. Ich möchte im Vorfeld kein Versprechen abgeben, wo wir am Ende landen werden. Aber ich kann definitiv zusagen, das wir ein Team haben werden, das in jedem Spiel bis ans Limit geht, von der ersten bis zur 60. Minute hart kämpft. 

Und das nicht nur hin und wieder, sondern wirklich an jedem Spieltag der Saison. Wir wollen die Punkte möglichst oft am Westbahnhof halten, dazu aber natürlich auch spannendes und attraktives Eishockey bieten. Unsere Spieler sollen das Eintrittsgeld ganz einfach wert sein, ein Besuch in unserer Halle muss richtig Spaß machen. Wobei es auch Spiele geben wird, die wir verlieren werden. Aber ich denke, das ist kein Problem, solange sich die Mannschaft auf dem Eis zerreist. Und das werden wir tun, das verspreche ich.

Die lange Zeit der Vorbereitung ist nun endlich vorbei. Wir sind darüber sehr froh, wenngleich die Wochen des harten Trainings und der Testspiele sein müssen. Wobei es keine einfache Vorbereitung war, da wir ständig improvisieren mussten. Viel zu oft fehlten uns einzelne Spieler wegen Verletzungen, Sperren oder mussten zur Nationalmannschaft. Das Alles ist abgehakt. Jetzt geht es endlich um Punkte - Gott sei Dank! Nach unserem Auftakt bei den Kassel Huskies haben wir heute die Frankfurt Lions zu Gast. Für mich sind die Lions ein Team, das in diesem Jahr für viele Überraschungen sorgen kann. Viele gute Namen stehen in ihrem Aufgebot. Sie haben wirklich das Potenzial, an jedem Spieltag brandgefährlich zu sein. Wir werden sicher ans Limit gehen müssen, um die Punkte in Essen zu halten. Aber das wollen und werden wir ja eh in jeder Partie tun.

Viel Spaß wünscht Ihnen ihr Mike Zettel

Gut für den Teamgeist, schlecht fürs Spiel: Bilanz der Vorbereitung


"Wo man sportlich wirklich steht, das weiß man eh erst nach den ersten Punktspielen in der DEL", meint Neuzugang Lars Brüggemann. Vor allem, da die Moskitos erst in der regulären Saisom zum ersten Mal komplett auflaufen werden. Durch Sperren, Verletzungen und Nationalmannschaftsverpflichtungen musste Mike Zettel eigentlich ständig improvisieren. "Das war wirklich nicht sehr einfach", betont der Essener Trainer, "trotzdem werden wir bereit sein für die nun anstehenden Aufgaben in der Liga."

Der Auftakt in die Saison war mehr als verheissungsvoll: Beim 4:2 gegen die Hannover Scorpions zeigte das Team viele gute Ansätze und begeisterte die Fans mit viel Einsatz und Engagement. "Ein guter Anfang. Darauf können wir aufbauen", freute sich auch Verteidiger Ted Crowley. Doch schon das nächste Testspiel geriet zur Farce. Die Berlin Capitals, zu diesem Zeitpunkt noch ohne Lizenz, dafür aber mit gewaltigen finanziellen Schwierigkeiten, reisten mit einer besseren Regionalligatruppe an den Westbahnhof. "Zu dem Zeitpunkt, wo wir das Spiel vereinbart hatten, konnten wir das nicht wissen", meinte Geschäftsführer Ralf Blobel. Zwar siegten die Moskitos mit 3:1, ein ernsthafter Test war es jedoch nicht.

Als ausgesprochen unglücklich müssen auch die Tests gegen die unterklassigen Teams aus Bad Nauheim (4:4) und Ratingen (1:7) bezeichnet werden. In allen drei Partien traf man auf übermotivierte Gegner, die sich vor den eigenen Fans profilieren wollten. Und da war gegen das DEL-Team aus Essen jedes Mittel Recht. Statt sich gezielt für die Punktspiele in Form zu bringen, mussten sich die Moskitos viel zu oft mit versteckten Fouls und Provokationen des Gegners auseinandersetzen. In Freiburg, wo die Partie in der 32. Minute sogar abgebrochen wurde, und in Ratingen gab es rustikale Schlägereien auf dem Eis. Auch in Bad Nauheim waren selten fünf Essener Spieler gleichzeitig auf dem Eis. "Wenn wir nach dieser Vorbereitung das beste Unterzahlteam der DEL sind, hat es ja doch etwas gebracht", schmunzelte Marc Hussey.

"Wir müssen diese Spiele gegen Teams aus unteren Ligen sicher neu überdenken. Diese Vorbereitung hatte nicht den Effekt, den wir uns vorgestellt haben", bilanzierte auch Ralf Blobel. Um so wichtiger war es da, dass die letzte Partie gegen einen Ligakonkurrenten ausgetragen wurde: Gegen die Revierlöwen Oberhausen sicherten sich die Essener nach 0:2 Rückstand doch noch ein 2:2.

Klatsch und Tratsch aus der Kabine


Begeistert war Verteidiger Ted Crowley von der Atmosphäre beim ersten Heimspiel der Moskitos. "Schon wenn du zum Einlaufen auf das Eis gehst, ist es einfach unglaublich", erklärte der Neuzugang, "eine ähnliche Stimmung gibt es vielleicht nur noch in Kassel." Die kleine, enge Halle sieht Crowley sogar als potentiellen Vorteil. "Gerade die Teams aus den grossen Arenen tun sich hier sicher sehr schwer, die sind das einfach nicht gewohnt", weiss der zweifache Torschütze gegen die Lions. "In so einer Halle wie in Köln ist doch eh erst Stimmung wenn 14.000 Menschen drin sind. Wenn da 8.000 Fans sind, ist das auch schon eine tolle Zahl, trotzdem hat man dann nicht den Hauch von Stimmung."

Fehlstart endgültig perfekt. Niederlagen in Hannover und gegen Köln.


Es ist wahrscheinlich nur ein schwacher Trost. Auch im vergangenen Jahr hatten die Moskitos nach insgesamt sechs Spieltagen nur einen Sieg auf ihrem Konto, allerdings standen sie mit vier Zählern ein klein wenig besser da.

"Wir haben uns da selbst hingebracht, also müssen wir uns da auch selbst wieder herausholen", betont Verteidiger Erich Goldmann. Bei den Hannover Scorpions gingen die Essener am Freitag mit sage und schreibe 2 zu 7 unter, das knappe 2:3 gegen die Kölner Haie war dann am Sonntag die insgesamt vierte Niederlage in Serie.

Es fällt nicht leicht, die positiven Aspekte des vergangenen Wochenendes zu suchen. Bei der Auswärtspleite in Hannover zeigten die Moskitos eine über weite Strecken desolate Vorstellung. Nach einem mittelmäßigen ersten Drittel brach der ESC im zweiten Durchgang regelrecht rein, ließ sich regelrecht vorführen. Die Gastgeber brauchten noch nicht einmal ihr bestes Eishockey zu spielen, um gegen die Stechmücken einen Kantersieg einzufahren. "Wenn wir alle ans Limit gehen, dann können wir in dieser Liga sehr wohl Spiele gewinnen. Aber bei den Scorpions waren halt nicht alle am Limit", kritisierte auch Stürmer Rob Busch offen die mangelnde Einsatzbereitschaft des Teams.

Immerhin, der Wille war beim Heimspiel gegen die Kölner Haie zu erkennen. Allerdings reichten die beschränkten spielerischen Mittel nicht aus, um die defensiv kompakten Gäste aus der Domstadt wirklich zu gefährden. und hätte Keeper Jimmy Waite nicht schon wieder eine absolute Galavorstellung geboten und alleine im zweiten Drittel drei Alleingänge der KEC-Stürmer entschärft, wäre die Partie schon vorzeitig entschieden gewesen. So blieb es zumindest auf dem Papier noch spannend, wenngleich die berechenbaren Angriffe der Moskitos im Schlussdrittel keine ernsthafte Gefahr für die Haie darstellte.

Ewig junges Derby: Iserlohn Roosters zu Gast am Westbahnhof


Sie können nicht miteinander, sie können nicht ohne einander. Die Moskitos Essen und die Iserlohn Roosters verbindet ohne jeden Zweifel eine echte Hassliebe. Seit 1994 sind die beiden Clubs einen nahezu identischen sportlichen Weg gegangen, der sie von der zweiten Liga Nord bis in die DEL führte. Auch wenn man sich rein sportlich so gar nicht leiden kann, war die Saison 1999/2000 äußerst unschön. Denn damals gab es seit vielen Jahren kein einziges Duell Ruhrpott contra Sauerland. Während die Moskitos ihre Premierensaison in der DEL absolvierten, war der IEC noch in der 2. Bundesliga aktiv. Um so größer dann die Freude im September vergangenen Jahres. Schon am dritten DEL-Wochenende kam es zum ersten Punktspiel zwischen den beiden rivalisierenden Clubs. Mit dem besseren Ende für die Roosters. Die setzten sich nämlich am Essener Westbahnhof nach Penaltyschiessen knapp mit 2:1 durch.

Es folgten drei weitere Derbysiege gegen die Moskitos und eine insgesamt zufriedenstellende erste Saison in der Deutschen Eishockey Liga. Das Ziel, bloß nicht auf dem letzten Platz zu landen, wurde erreicht. Am Ende rangierten die Sauerländer vier Zähler vor dem ESC und freuten sich natürlich diebisch darüber, ausgerechnet den ärgsten Konkurrenten hinter sich gelassen zu haben. Trotzdem bleibt man am Iserlohner Seilersee beschieden, die wirtschaftlich nicht ganz einfache Situation lässt große Sprünge ohnehin nicht zu. Deswegen überascht es kaum, dass sich die Roosters wieder als Underdog der Liga sehen. Der natürlich gerne die Großen der Liga ärgern möchte und am Ende der Saison auf Tabellenplatz 14 stehen möchte. Ein Platz nach oben, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Die ordentliche erste Saison in der DEL hat es dem IEC bei der Zusammenstellung des Kaders nicht ganz einfach gemacht. Viele Leistungsträger wie zum Beispiel Starverteidiger Shawn Anderson (jetzt Nürnberg) oder auch Center Alex Kuzminski (Köln), wurden von der Konkurrenz abgeworben. Trainer Greg Poss musste gerade auf den Ausländerpositionen gewaltig improvisieren. Ausgestattet mit einem schmalen Etat wurden einige Spieler aus Übersee geholt, die hierzulande noch eher unbekannt sind. Trotzdem müssen Verteidiger Terry Hollinger (Providence Bruins/AHL) und die Stürmer Sean Tallaire (Kansas City Blades/IHL) Doug Ast und Rusty Fitzgerald (beide Manitoba Moose/IHL) schon verdammt viel Verantwortung übernehmen, eine längere Eingewöhnungszeit können sie sich kaum erlauben. Denn gemeinam mit so Routiniers Guy Dupuis oder auch Ex-Moskito Andreas Pokorny müssen sie die vielen jungen deutschen Spieler im rauhen DEL-Alltag führen.

Greg Poss bleibt also bei seiner Linie. "Wir schöpfen unser Kontingent an Ausländerlizenzen nicht voll aus. Viele deutsche Spieler bieten genügend Potential für die DEL. Man muss ihnen nur die Chance lassen, sich zu entwickeln, statt für teures Geld drittklassige Profis aus anderen Ländern zu verpflichten", betont der IEC-Coach. Insgesamt elf deutsche Spieler stehen zur Zeit im Kader der Roosters, nur die Kassel Huskies haben mit 13 zwei deutsche Akteure mehr im Aufgebot. Während einige Spieler wie zum Beispiel der Ex-Essener Roland Verwey sich ihre Sporen in der DEL erst noch verdienen müssen, haben einige andere ihren Durchbruch längst geschafft. Tomas Martinec, der mittlerweile einen deutschen Pass hat, ist ein allseits gefürchteter Torjäger. Manuel Kofler klopft ganz gewaltig an die Tür zur Nationalmannschaft und auch Collin Danielsmeier hat mittlerweile bewiesen, dass er in der deutschen Toplga bestehen kann. Die größte Überraschung ist sicherlich der 20-jährige Keeper Dimitri Kotschnew. Eigentlich als Nummer Zwei verpflichtet, liefert er dem Finnen Kimmo Kapanen mittlerweile einen harten Zweikampf um den Platz zwischen den Pfosten. Der sich aber auszahlt. Beide Keeper pushen sich zu Topleistungen, konnten zuletzt Siege feiern. Nach dem achten Spieltag hatte der IEC immerhin schon 9 Punkte auf seinem Konto.

Letzte Ausländerlizenz vergeben, NHL-Mann Terry Yake neu in Essen


Der letzte Neuzugang ist vermutlich auch der stärkste Neuzugang. Am Dienstagmittag unterzeichnete Terry Yake einen Einjahresvertrag bei den Moskitos. Der 32-jährige Stürmer darf getrost als absoluter Hochkaräter angesehen werden, denn der Kanadier absolvierte in der NHL stolze 435 Partien. Noch in der vergangenen Saison stand er phasenweise im Team der Washington Capitals, die meiste Zeit verbrachte er jedoch im Farmteam, bei den Portland Pirates. "Er ist ein absoluter Führungsspieler", betont Trainer Mike Zettel

Der gelernte Mittelstürmer wurde 1987 von den Hartfort Whalers gedraftet, für die er auch seine ersten Spiele in der NHL machte. Seine beste Saison hatte er ohne Zweifel 1994/1995. Im Trikot der Anaheim Mighty absolvierte er 82 Spiele und kam dort auf 52 Scorerpunkte - eine überdurchschnittliche Ausbeute. Insgesamt absolvierte Terry Yake 435 Partien (inklusive Playoffs) in der NHL, schoss dort 81 Tore und gab 124 Vorlagen (205 Punkte total). Seine insgesamt 256 Strafminuten sind dagegen erfreulich überschaubar. "Er hat durch seine Zeit in der NHL, aber auch in den Farmteams viel Erfahrung gesammelt, die uns weiterhelfen wird", beschreibt Mike Zettel die Vorzüge seines vorerst letzten Neuzugangs, "dazu hat er einen sehr guten Schuss und ist ein schneller Schlittschuhläufer." Neben Anaheim, Washington und Hartfort spielte Terry Yake auch für die Toronto Maple Leafs und die St. Louis Blues.

Der Kanadier machte sich übrigens bis zuletzt noch Hoffnungen auf eine Rückkehr in die NHL. Bei den St. Louis Blues hätte es beinahe mit einem Engagement geklappt, aber eben nur beinahe. Gut für die Moskitos, die damit ihr Centerproblem gelöst haben. Denn gerade der Ausfall von Doug MacDonald, der nach seiner Knieoperation wohl noch länger ausfallen wird, waren gute Mittelstürmer langsam rar geworden. Terry Yake ist übrigens verheiratet und hat zwei Kinder. Nachdem er am Mittwoch in Deutschland gelandet ist, sollte der 32-jährige Top-Neuzugang am Freitag bei den München Barons sein erstes Spiel für die Moskitos absolvieren.

Grosse Ehre für Jimmy Waite


Grosse Ehre für Moskito-Keeper Jimmy Waite. Er wird beim Deutschland-Cup für das Team Canada zwischen die Pfosten rücken. Im vergangenen Jahr trug Scott Pearson, der seine Karriere wegen Rückenproblemen mittlerweile beendet hat, das Trikot mit dem Ahornblatt. Im Aufgebot war auch Ralph "Speedy" Intranuovo. Doch der pfeilschnelle Außenstürmer musste damals wegen einer Handverletzung absagen.

 

   
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