Das war die Saison 1998/1999


Moskitos sind am Ziel ihrer Träume - Riesenjubel: DEL nimmt Bundesliga Meister auf - Verzicht auf Fernsehgelder


Um 17:48 Uhr endete der Sitzungsmarathon und Endstation Sehnsucht war erreicht. Die Eliteklasse DEL stimmte bei der Ligatagung in Köln mit großer Mehrheit für die Aufnahme der Moskitos zur nächsten Saison. Fünf Jahre nach seiner Gründung ist der Essener Eishockeyclub in der Spitze angelangt und ein verrückter Traum endlich Wirklichkeit.

Köln, Mannheim, Berlin, der Bundesliga-Meister vom Westbahnhof spielt ab September im Konzert der Großen mit. „Das ist Wahnsinn“, jubelte Moskitos-Präsident Thomas Schiemann, der zuvor allerdings bange Stunden zu durchleiden hatte. „Ich war so aufgeregt wie zuletzt vor 15 Jahren bei der Examensprüfung“, bekannte der 42-jährige Jurist. Doch an der Seite von SPD-Fraktionschef Willi Nowack, der sich als Wirtschaftsrat der Moskitos mächtig ins Zeug gelegt hatte, konnte Schiemann die Gesellschafter der DEL überzeugen. Zahlen wurden referiert, Bilanzen gewälzt, Prognosen erstellt, Grafiken an die Wand geworfen. Das Essener Duo musste sich zwei Stunden auf Herz und Nieren prüfen lassen.

Allerdings werden im ersten Essener Etat keine Einnahmen aus Fernseh-Übertragungen zu finden sein. Wie erwartet müssen die Moskitos als Quereinsteiger in der exklusiven Zirkel der Gesellschaften mit beschränkter Haftung auf die 1,4 Millionen Mark verzichten, die jedem der 14 Stammvereine laut Vertrag (läuft noch eine Saison) zustehen. Der von einem Großinvestor gepushte Münchner Retorten Verein hat die Lizenz des kollabierten EV Landshut für drei Millionen Mark erstanden und so Platz 14 in der verbandsunabhängigen DEL eingenommen.

„Ohne den Verzicht auf die Fernsehgelder hätten wir keine Chance gehabt“, weiß Schiemann, der nun an alle Freunde und Förderer des Vereins appelliert. „Wir werden vom ersten Tag an in der DEL eine Außenseiterrolle spielen und es nur gemeinsam schaffen.“ Vor allem hofft der Vereinsvorsteher auf die Wirtschaft, die sich dem jungen Eishockey-Club bereits in den letzten Jahren immer aufgeschlossener zeigte. Ohne die entsprechende Unterstützung werden die Essener den Kraftakt kaum bewältigen können, immerhin muß der Etat von 3,5 Millionen Mark der vorigen Saison auf 4,8 Millionen aufgestockt werden, um eine halbwegs konkurrenzfähige Mannschaft aufs Eis zu bringen, die den, dann wieder eingeführten sportlichen Abstieg, verhindern kann.

Für Politiker und Sportfan Nowack zumindest steht schon jetzt fest: „Essen ist heute um eine Attraktion reicher geworden. Jetzt muss noch Rot-Weiß in die Regionalliga aufsteigen, dann können wir uns als Sportstadt doch wohl sehen lassen.“ Der überglückliche Schiemann legte nach: „Seit fünf Jahren arbeiten so viele Leute Tag und Nacht für diesen Verein. Für die und für unsere Fans freue ich mich, dass wir jetzt endlich gegen Köln, Meister Mannheim oder Krefeld spielen. Einfach herrlich.“

An den Strukturen innerhalb des Klubs werden die Moskitos nichts ändern. Ein kostspieliger Manager kommt Schiemann nicht ins Haus, die Last soll weiter auf viele ehrenamtliche Schultern verteilt werden. „Wir sind mit einem Haufen Verrückter ganz nach oben gekommen und werden so weiter machen“, verkündete Pressesprecher Andreas Keppeler. Allenfalls ein Buchhalter und eine Sekretärin sollen eingestellt werden. „Ansonsten geht jede Mark in die Mannschaft“, versprach Schiemann noch gestern am späten Abend dem Trainer und sportlichen Leiter Jan Benda.

Der kann nun auf dem Transfermarkt zuschlagen, denn einige Verträge mit neuen Spielern lagen bereits unterschriftsreif in der Schublade. Und wer den Architekten des Erfolges kennt, weiß, dass er den beschwerlichen Weg nach oben nicht gegangen ist, um Punktelieferant zu mimen.

Geschafft! ESC ist Bundesliga Meister


Eishockey: Peter Draisaitl gelang die Entscheidung

Kapitän Bodo Müller-Boenigk kam völlig abwesend in die Kabine, lehnte sich erst einmal zurück und heulte wie ein Schlosshund. „Unglaublich, einfach unglaublich“, sagte er immer wieder vor sich hin. Während Bodo mit seinen Gedanken noch in einer anderen Welt war, stimmte Michael Rumrich schon Freudengesänge an. Peter Draisaitl war es schließlich, der die Moskitos zur Meisterschaft in der Eishockey Bundesliga schoss.  Mit seinem verwandelten Penalty machte er den Titelgewinn gegen den EC Bad Nauheim perfekt.

Stolz wie Oskar kam Boris Fuchs mit dem Pokal in den Armen in die Kabine gelaufen. Auf dem Eis spielten sich noch unglaubliche Szenen ab. Noch bevor Ligenleiter Helmut Bauer an Kapitän Bodo Müller-Boenigk die Trophäe überreichte, hatten hunderte von bierseligen Anhängern das Eis gestürmt. Alle wollte so schnell wie möglich ihre Lieblinge umarmen. Diese hatten sich zuvor über 70 Minuten lang mit Bad Nauheim einen verbitterten aber keineswegs unfairen Kampf geliefert. Die erste Möglichkeit gab es schon in der fünften Minute für die Moskitos, doch der Schlagschuss von Bodo Müller-Boenigk war eine sichere Beute von „Bibi" Appel. Man merkte deutlich: Keine Mannschaft wollte zu viel riskieren, denn allen war schon im Vorfeld klar dass ein Treffer die endgültige Entscheidung bedeuten könnte. Glück für den ESC, dass er eine 5-3-Situation in der 13. Minute unbeschadet überstand.

Ein wenig Unruhe gab es, als Linienrichter Kromer aufgrund akuter Kreislaufprobleme passen und durch den anwesenden Kollegen Stark ersetzt werden musste, Auch in den folgenden Minuten immer wieder das gleiche Bild. Beide Mannschaften versuchten, mit Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen. In der 28. Minute hallte erstmals Torjubel durch die Eishalle am Westbahnhof, doch der Treffer von Verteidiger Andreas Pokorny war eindeutig mit dem Schlittschuh erzielt worden. Am Ende einer kräftezehrenden Spielzeit fehlte den beiden. gleichstarken Teams die Kondition, um noch einen draufzusetzen. ESC-Trainer Jan Benda stellte im letzten Durchgang auf drei Reihen um, die erste Möglichkeit bekam jedoch Marc West (47.) auf den Schläger. Pech gehabt, denn Radek Toth war an diesem Tage einmal mehr nicht zu bezwingen. Die große Chance, noch in der regulären Spielzeit die Entscheidung zu erzielen, hatten die Fuchs-Brüder. Doch kurz hintereinander scheiterten Andrej und Boris Fuchs an Appel.

Das Nervenspiel ging also in die nächste Runde. Kann eine Mannschaft in der Verlängerung alles klar machen? Die Moskitos schienen keinen Zahn mehr zulegen zu können. Ganz tief durchatmen mussten die Anhänger, als Daniel DelMonte vor Radek Toth in der 62. Und 65. Auftauchte. Der Essener Keeper stellte aber einmal mehr seine überragende Klasse unter Beweis.

Der Krimi musste also im Penaltyschießen entschieden werden. Kurz nach der letzten Sirene herrschte eine Totenstille in der Halle. Man konnte die Dramatik praktisch spüren und aufsaugen. Peter Draisaitl, der Routinier im Essener Lager und Spezialist für die wichtigen Dinge, schnappte sich als erster die Scheibe. Der Mittelstürmer tanzte „Bibi“ Appel aus, 1:0 für den ESC. Immer wieder brandete Jubel auf, wenn die Nauheimer Schützen (West, Regan, Muraay, Scholz und DelMonte, scheiterten. Da spielte es keine große Rolle mehr, dass auch Jay Luknowski, Henri Marcoux, und Andreas Pokorny nicht trafen.

Jetzte konnte die Party beginnen. Noch bis spät in die Nacht feierten tausende Anhänger vor der Eishalle die große Meisterfet. Kein Halten gab es mehr, als Bodo Müller-Boenigk und Co. Vor dem jubelnden Volk den Pott präsentierten.

Mit den Fans im Rücken in Finale - Moskitos per Samba-Expreß nach Freiburg


Nachdem bereits im Dezemeber ein Moskitos-Sonderzug auf große Reise Richtung Hamburg ging, soll die Party auf Schienen jetzt noch einmal steigen. Zum ersten Auswärtsspiel im Playoff Halbfinale in Freiburg haben die Moskitos bei der Deutschen Bundesbahn einen Sonderzug gechartert. Zwischen 12 und 13 Uhr fährt der Zug am Essener Hauptbahnhof ab, die Fahrzeit bis Freiburg beträgt viereinhalb Stunden. Anmelden kann man sich noch heute Abend am Sambafahrt-Stand der Moskitos im Eingangsbereich der Eishalle. Der Fahrpreis beträgt 100 Mark, vor Ort muss dann noch zusätzlich ein Ticket für das Spiel gekauft werden. Übrigens, der Weg vom Freiburger Bahnhof zur Eishalle ist Minutensache, knapp 1. km müssen die Moskitos-Fans zur Franz-Siegel Halle laufen. Auf die richtige Stimmung auf den Rängen nicht nur in Freiburg, setzt auch die Mannschaft. "Das ist unglaublich wichtig für uns. Zuletzt hatte es schon früh Pfiffe gegen und gegeben, wenn es mal nicht so lief. Aber wir können nicht jeden Gegner vom Eis fegen, erst Recht nicht in den Playoffs", meint Michael Rumrich, "deswegen hoffen wir, dass im Halbfinale von der ersten bis zur letzten Minute die Halle kocht. Zusammen können wir das Finale packen".

Rückblick - Bemerkungen zum letzten Wochenende


Die Moskitos ziehen allen davon. Mit zwei Siegen am vergangenen Wochenende bauten die Moskitos ihren Vorsprung in der Tabelle auf stattliche acht Zähler aus. In den beiden Partien gegen Iserlohn und in Bad Nauheim sammelten die Essener außerdem massig Pluspunkte bei den ESC-Fans. Da in beiden Spielen jeweils sechs Stammspieler ausfielen, wurden die Siege regelrecht erkämpft. Noch wenige Tage zuvor war die Stimmungslage am Essener Westbahnhof eher gedämpft. Bei der 3 zu 5 Pleite in Garmisch-Partenkirchen hatten es die Moskitos vorzeitig versäumt, ihre Tabellenführung weiter auszubauen. "Die Niederlage war völlig unnötig. Wir haben uns mit individuellen Fehlern selbst um den Erfolg gebracht", schimpfte Trainer Jan Benda und kündigte einen harten Kurs an: "Jetzt ist Schluss mit lustig. Am Freitag will ich eine andere Mannschaft auf dem Eis sehen.

In der Tat sah Benda ein völlig verändertes Team -sechs Spieler standen ihm nämlich beim Derby gegen den lserlohner EC nicht zur Verfügung: James Hanlon, Andrej Fuchs. (beide gesperrt)'. Michael Rumrich, Peter Draisaitl, Bodo Müller-Bönigk (alle Grippe), Jiri SeJba (Oberschenkel). Aber das Rumpfteam machte aus der Not eine Tugend und schlug den alten Rivalen aus dem Sauerland mit bedingungslosem Kampf. "Hut ab vor der Leistung der Mannschaft. Die haben wirklich alles gegeben und vor allem in der Defensive sehr gut gestanden", meinte auch der gesperrte James Hanlon. In der Tat war der hervorragende Teamgeist die Trumpfkarte der Moskitos .. "Wir waren alle Indianer. Heute gab es keine Häuptlinge, alle haben das Letzte gegeben", analysierte Verteidiger Andreas Pokorny.

Sehr ähnlich fiel auch der Auftritt in der hessischen Kurstadt Bad Nauheim aus, zwar waren Andrej Fuchs und James Hanlon nach ihrer Sperre wieder mit dabei, dafür hatte der Grippevirus auch Jay Luknowsky und Anders Hillström gepackt. Mit nur vier Verteidigern retteten die Essener den knappen 3 zu 2 Vorsprung am Ende über die Zeit, wobei der Sieg in Ordnung ging. Der EC Bad Nauheim fuhr zwar Angriff um Angriff auf Essener Tor, wirkte aber in den entscheidenden Momenten zu unkonzentriert und planlos. Außerdem arbeitete die ESC-Defensive wieder einmal fast fehlerlos. "Das war Eishockey mit Herz, wir sind jetzt endlich aus unserer Krise heraus", freute sich auch Verteidiger Bedrich Scerban über den Dreier in der Wetterau.

Eiskalt im Harz


Das Auswärtsspiel beim Braunlager EHC glich mal wieder einem Auftritt in der Antarktis. Spätabends wurden in der Eishalle am Wurmberg Temperaturen bis minus 15 Grad gemessen. "Das Schlimmste, was Dir in so einer Situation passieren kann, ist eine Zehn-Minuten Strafe", meinte Verteidiger Torsten Kienass, "da würde ich die Strafe lieber in der Kabine absitzen. Wenn man Pech hat, friert man sonst noch an der Strafbank fest". Jiri Sejba wusste auch noch eine Variante: "Das erste Drittel spielen und danch vom Trainer auf die Reservebank gesetzt werden. Und dann auf einmal doch wieder spielen müssen, das ist bitter."

Die magische Prophezeihung


Gerade zu Beginn eines neuen Jahres haben sie Hochkonjunktur: Kartenleger, Hellseher und Astrologen. Wie wird 1999? Diese Frage stellte Radio Essen der bekannten Astrologin Jutta Hertz. Die Essenerin hat sich mit ihren Prophezeiungen und Voraussagen schon einen großen Namen gemacht, selbst Magier David Copperfield und Claudia Schiffer ließen sich von Jutta Hertz die Karten legen. Als der Essener Sender bei der Astrologin zu Besuch war, fragte ein Reporter auch nach der Zukunft der drei größten. Die Essener Sportvereine: Moskitos, der TUSEM und natürlich auch Rot-Weiß Essen. Während die Karten dem TUSEM eine extrem harte Saison mit großen Abstiegsnöten prophezeiten, sah es für Fußball-Oberligist Rot-Weiß Essen recht gut aus. "Sie müssen zwar immer wieder Rückschläge hinnehmen, aber sie werden das Ziel erreichen, was sie sich gesteckt haben", meinte Jutta Hertz. Was wird das neue Jahr aber für die Moskitos bringen? "Das Jahr 1999 wird für die Moskitos nach meinen Karten ein ganz hervorragendes Jahr. Es wird einen Aufstieg geben' erklärte die Essener Astrologin, "allerdings müssen die Moskitos für diesen Aufstieg verdammt hart arbeiten und viel kämpfen." Die Moskitos in der höchsten deutschen Spielklasse, in den Karten von Jutta Hertz wird das erklärte sportliche Ziel von Mannschaft, Trainer und Vorstand doch ziemlich schnell erreicht. Jetzt muss die Prognose von Jutta Hertz nur noch eintreffen ...

Abschied von Eric Legros


In den vergangenen Wochen berherschte ein Thema immer wieder die Essener Medien, Eric Legros. Der Kanadier wird, so wurde es am vergangenen Freitag offiziel bekannt, nie wieder für die Moskitos spielen. Der Verein teilte offiziell seine Gründe mit, weshalb der Stürmer in den Planungen keine Rolle mehr spielt. Mittlerweile sollten die Standpunkte allerdings bekannt sein. Auch wenn das Tischtuch zwischen Eric Legros und dem Verein endgültig zerschnitten ist, wünschen wir "Mr. Bombastic", dass ihn seine sportliche Zukunft zu einem Verein führt, wo er sich richtig wohl fühlt.

Kabinenfeste


Wieder einmal zahlen musste Radek Toth. Der tschechische Keeper konnte in Neuwied sein viertes Shutout verbuchen, was für ihn Konsequenzen hat. Denn für jedes Zu-Null Spiel muss der Torwart ein Kabinenfest ausrichten. Im Falle Toth wäre das also die insgesamt vierte Festivität. "Nix da, das wird mir langsam ein bisschen zuviel", grinste Radek Toth nach der Partie, "es gibt eine Runde Bier für alle, das muss langen". Bleibt abzuwarten, wie seine Teamkameraden darauf reagieren. Mittlerweile hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Moskitos in der Abwehr nur deshlab so rigoros aufräumen, weil Kabinenfeste von Keeper Radek Toth immer besonders schön sind.

Traum geht in Erfüllung


"Da ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen", jubelte ESC-Präsident Thomas Schiemann nach dem Sieg über die Düsseldorfer EG. Schon bei der Gründung der Moskitos 1994 hatte Schiemann davon geträumt, einmal am Westbahnhof den mehrfachen deutschen Meister Düsseldorfer EG zu besiegen. Damit das wirklich klappte, gab Thomas Schiemann stimmlich fast alles. Bei einem Interview mit Radio Essen geriet der Präsident merklich ins Krächzen. Die tolle Stimmung hatte halt jeden angesteckt. Auch die Spieler waren von der Atmosphäre begeistert. "Das war riesig. Dankeschön an unsere Fans. Ich glaube, wir haben die besten Fans auf der Welt", freute sich auch Stürmer Michael Rumrich.

Andreas Pokornys besonderes Erlebnis im Sauerland


Ein ganz besonderes Spiel war das Derby für Andreas Pokorny, schließlich lebt der Verteidiger aktuell in Iserlohn. "Mit 14 Jahren bin ich nach Iserlohn gekommen und habe im Nachwuchs gespielt", erzählte Pokorny. Mit 17 Jahren (1986) rückte er sogar in das damalige Bundesliga-Team auf und schoss Iserlohn mit zwei Toren gegen Landshut ins Playoff Halbfinale. Danach wechselte er allerdings zu den Kölner Haien, ehe er vor zwei Jahren sein Comeback am Seilersee feierte. Die Rückkehr war allerdings zeitlich begrenzt, schon nach einer Saison trennten sich überraschend die Wege und Pokorny wechselte zum Braunlager EHC. Im Sauerland genießt der Ex-Nationalspieler allerdings immer noch einen guten Ruf unter den Fans. Nach dem Spiel versammelte sich vor der Moskitos Kabine eine ganze Traube IEC-Fans, die auf einen kurzen Plausch oder ein Autogramm von Andreas Pokorny hofften.

Sieg beim Erzrivalen Iserlohn


Der Sieg in Iserlohn war lange überfällig. In den letzten beiden Spielzeiten waren die Moskitos am Seilersee jedes Mal leer ausgegangen. Den letzten Essener Erfolg im Sauerland hatte es im März 1996 gegeben. "Allerdings konnten wir uns damals überhaupt nicht freuen, da die ganze Angelegenheit überschattet wurde durch die schwere Augenverletzung von Sven Prusa", erinnerte sich ESC-Vize Horst Barkawitz. Der große Pechvogel des Iserlohn-Spiels war Torsten Kienass. Der Verteidiger hatte sich zwar noch mit der Mannschaft aufgewärmt, musste dann aber mit Schwindelgefühlen in der Kabine bleiben. "Aus Vorsicht haben wir uns gegen einen Einsatz entschieden, schließlich musste Torsten erst vor kurzem wegen einer Lebensmittelvergiftung aussetzen", berichtete Mannschaftsarzt Dr. Claudio Schlechtendahl. Für Kienass rückte Michael Rumrich in die Abwehr. Für Rumrich keine ungewohnte Aufgabe, schließlich hatte er den Nationalverteidiger schon vor ein paar Wochen mehrfach in der Defensive vertreten.

Kabinenfest


Am Dienstag vor dem Nordhorn Spiel gab es das erste Kabinenfest der neuen Saison, übrigens initiiert von Michael Rumrich. Nachdem der gebürtige Miesbacher in der vergangenen Spielzeit seinen Einstand mit bajuwarischen Spezialitäten gegeben hatte, war diesmal italienische Kost angesagt, Pizza und Pasta. Das nächste Kabinenfest steht übrigens auch schon fest, das heißt, eigentlich sind sogar zwei Partys angesagt. Denn am Westbahnhof gilt die goldene Regel, wenn ein Keeper zu Null spielt, muss er ein Kabinenfest geben. Radek Toth feierte am Wochenende gleich zwei Shutouts, liefert die Moskitos Defensive weiter so gute Arbeit ab, könnte die Regel für Radek ein teurer Spaß werden. „Das ist mir eigentlich völlig egal. Das ist wirklich Radeks Problem“, lachte Stürmer Jay Luknowsky. Kapitän Bodo Müller-Bönigk schränkte jedoch sicherheitshalber ein: „Es kann ja nicht sein. Dass der Radek am Ende für gute Leistungen auch noch bestraft wird. Ich denke, wir werden die ganze Sache mit einem zünftigen Fest abhandeln.“

Das aktuelle Interview mit Peter Draisaitl


Peter Draisaitl, am 07.12.1965 geboren, spielte insgesamt 129 mal für Deutschland. Er nahm an sieben Weltmeisterschaften teil und vertrat Deutschland bei drei 0lympischen Spielen. Seit Beginn dieser Saison stürmt Peter Draisaitl für die Moskitos Essen.

Am Freitag startete die DEL, sauer, dass Du erstmals nicht dabei bist? 

„Nein, überhaupt nicht. Im bin jetzt erst einmal froh, dass ich mich gut eingelebt habe und dass ich das Gefühl habe, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es hängt jetzt natürlich davon ab, wie die Saison bei uns verläuft. Das ist das A und 0. Es ist ganz einfach, wenn Du verlierst, ist es immer schlecht. Egal wo. Wenn wir aber einigermaßen spielen und eine anständige Saison hinlegen, dann bin ich mir sicher, dass mein Wechsel in die Bundesliga die richtige Entscheidung war.“

Jetzt könnten Kritiker aber sagen: Der Draisaitl geht in die erste Bundesliga und sucht dort den womöglich einfacheren Erfolg. Wie siehst Du das?

„Egal, wo ich gespielt habe. ich wollte immer Erfolg haben. Das ändert sich auch jetzt nicht. nur weil ich eine Klasse tiefer spiele. Ich denke darüber eigentlich gar nicht nach, das Spiel ist das gleiche. Ich versuche ganz einfach, mit der Mannschaft, bei der ich spiele, den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Das ist für mich das Wichtigste, in welcher Klasse das ist. darüber denke ich im Moment wirklich nicht nach."

Die Chancen für einen deutschen Spieler, in der DEL Erfolge zu feiern, sind ja auch nicht mehr so groß. Viele Verträge werden ja bevorzugt an ausländische Cracks vergeben?

„Das ist klar, aber man muss ganz ehrlich sagen: Die Ausländer sind einfach besser." 

Man hört aber auch immer wieder die Beschwerden von deutschen Spielern, die behaupten, dass Ausländer prinzipiell bevorzugt! werden. Ist diese Kritik unbegründet?

„Gut, es kommt schon viel Fallobst in diese Liga, das ist klar. Aber wenn man ehrlich ist: Wenn nur drei Ausländer pro Team erlaubt wären, wie sollte man die Mannschaften denn auffüllen? Es ist doch nix da. Da kannst Du herumjammern wie du willst, aber es ist doch Tatsache, dass die Situation im deutschen Eishockey nur deshalb so schlimm ist, weil es keinen guten Nachwuchs gibt, weil die Nachwuchsarbeit in Deutschland eine Katastrophe ist."

Was müsste sich denn in der Nachwuchsarbeit ändern, damit wieder mehr Deutsche in der DEL eine reelle Chance haben?

"Es geht doch bei den ganz Kleinen los. Die Kinder brauchen Eiszeiten, brauchen ein professionelles Umfeld. Es reicht ja nicht, wenn sie ein- bis zweimal pro Woche auf das Eis können. In Schweden, Finnland oder der Tschechei sind die Kinder jeden Tag, teilweise sogar zweimal täglich auf dem Eis und werden von qualifizierten Trainern betreut und gecoacht. Da werden richtig gute Trainer für den Nachwuchs abgestellt. Wenn man sich dagegen in Deutschland umschaut, da laufen zehn Kids planlos auf dem Eis herum und die dürfen eigentlich sogar noch froh sein, dass sie überhaupt auf das Eis dürfen. Da braucht sich niemand über die schlechte Situation des deutschen Nachwuchses zu wundern"

Glaubst Du nicht trotzdem, dass ein Peter Draisaitl im Bambini-Alter heute große Probleme hätte, noch einmal die gleiche Karriere zu starten?

„Gut, das kann schon sein. Aber auf der anderen Seite: Wenn jemand das Talent hat und gut genug ist, sich in der DEL durchzusetzen, dann wird er das auch schaffen."

Das heißt, der große Katzenjammer über die schlechte Situation der deutschen Spieler in der DEL ist übertrieben?

"Die ganze Situation ist nicht gut für das deutsche Eishockey. Das deutsche Eishockey 1st momentan auf dem Weg in die absolute Bedeutungslosigkeit. Aber das liegt nicht daran, dass zu viele Ausländer in Deutschland spielen, sondern dass es zu wenig talentierte, gute deutsche Spieler gibt. Die sehe ich einfach nicht. Die paar Ausnahmen, die wir alle Lichtjahre herausbringen, wie zum Beispiel Marco Sturm oder Jochen Hecht, das bleiben dann auch Ausnahmen."

Ist es deshalb richtig, wenn Bundestrainer Hans Zach 15 Jahre fordert, um die deutsche Nationalmannschaft wieder an der Weltspitze zu etablieren?

"Das ist richtig. Unter der Voraussetzung, dass das Niveau der deutschen Nachwuchsarbeit an das Niveau der großen Eishockeynationen angepasst wird, dass die Jungs also die gleichen Bedingungen haben, gleichviel Eiszeiten, qualifizierte Trainer, die den Kindern auch wirklich etwas beibringen. Und nicht nur eine Stunde über das Eis laufen lassen, dann dauert es bestimmt zehn bis fünfzehn Jahre. Logisch.“

Könntest Du Dir denn selbst vorstellen im Nachwuchsbereich mal zu arbeiten?

"Ja natürlich, aber wenn, dann möchte ich es auch richtig machen. Es müsste also auch ein Fulltime-Job sein, damit ich mich rund um die Uhr auch um die Kids kümmern könnte. Dementsprechend müsste das dann auch bezahlt werden, schließlich müsste ich davon meine Familie ernähren. Wenn das gewährleistet wäre, wurde ich es machen."

Kommen wir zurück zu DEL, abgesehen von der Diskussion um die deutschen Spieler: Warum geraten eigentlich so viele DEL-Klubs in finanzielle Schwierigkeiten?

"Offensichtlich übernehmen sich die meisten Klubs, versuchen die bestmögliche Mannschaft zu präsentieren und geben daher mehr Geld aus, als sie tatsächlich haben. Sonst kann ich mir das nicht erklären. Wie sollte sonst eine Mannschaft wie die DEG, mit Abstand die beste Mannschaft des letzten Jahrzehnts, in solche Schwierigkeiten geraten? In Düsseldorf hatten sie doch immer ein gutes Umfeld und die meisten Fans. Und Mannheim soll pleite sein nach zwei Meisterschaften, nach einem riesigen Aufschwung, wo sie von ganz unten nach ganz oben durchgestartet sind? Da muss ich mir doch die Frage stellen, ob da noch alles stimmt in der DEL." 

Hattest Du denn zuletzt in der DEL das Gefühl, dass die deutschen Spieler von den Fans mehr angenommen werden, als die ausländischen Stars? 

"In Deutschland ist es so, dass die Fans sich mit ihrem Verein identifizieren, oder zumindest mit einigen Typen in der Mannschaft. In Nordamerika ist es vielleicht anders, da gehen die Leute wirklich zu den Spielen, um sich Eishockey an und für sich anzuschauen. In Deutschland ist das ein bisschen anders.“

Du hast gerade echte Typen angesprochen, gibt es die noch im deutschen Eishockey?

"Also ich finde nicht. Da fallen mir nur ganz wenige ein, wenn überhaupt. Ich bin froh, dass ich diese Zeit noch mitmachen durfte, als es diese Typen gab. Jetzt ist es halt alles anders geworden, der Spaß ist deshalb schon nicht so da wie früher, das ist klar.“

Wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen einem Klub in der DEL und einem Klub Bundesliga. wie zum Beispiel die Moskitos?

„Ich kann ehrlich gesagt keinen großen Unterschied feststellen. Hier in Essen wird schon ganz professionell gearbeitet und gewirtschaftet. Das A und O ist ja die Geldfrage, dass Spieler ihr Gehalt pünktlich bekommen und auch d as bekommen, was vereinbart wurde. Das ist d Wichtigste überhaupt, denn wenn das Geld da ist, dann haben die Spieler auch keine Ausreden mehr. Es ist natürlich ein Witz, wenn man wochenlang, wie ich es schon bei einigen Clubs erlebt habe, dem Geld hinterherrennen muss. Das darf es normalerweise nicht geben. Die einzige Sache, die ich momentan in Essen kritisieren würde, ist die medizinische Betreuung. Wir sind immerhin eine Profimannschaft, unsere körperliche Fitness ist unser Kapital. Wenn wir uns verletzen, sind wir für den Verein wertlos. In Essen kann man da sicher noch einiges verbessern, zum Beispiel ist nie ein Masseur da. Und auch der Arzt kommt eigentlich in erster Linie zum Spiel. Aber das ist auch sicher alles eine Frage der Finanzen, das kostet auch alles Geld."

Was würdest Du Dir momentan bei den Moskitos noch wünschen?

"Eigentlich bin ich wunschlos glücklich. Jetzt müssen wir nur noch vernünftig spielen."

Du willst weiterhin für die Nationalmannschaft spielen, denkst Du da manchmal schon an das schwere WM-Qualifikationsturnier im November?

Natürlich klar, abgesehen von meiner Person, egal ob ich jetzt dabei bin oder nicht. Es wär schon sehr wichtig, wieder in der A-Gruppe dabei zu sein. Da ich in der Schweiz mit dabei war, als wir in diese schwierige Situation geraten sind, würde ich auch gerne dabei helfen, die Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen.“ 

Wobei Bundestrainer Hans Zach wenig Chancen sieht. Zach sagt, die deutsche Mannschaft steht näher an der C-Gruppe als an der A-Gruppe? Gibst Du ihm da Recht? 

„Das stimmt. Mit den großen Nationen haben wir wirklich nix mehr zu tun.“

Ist das nicht etwas frustrierend? 

„Jede WM, jede Olympiade ist irgendwie ein bisschen frustrierend. Na klar, man erlebt da auch viele tolle Sachen, es ist halt immer ein Highlight, dabei sein zu dürfen. Aber Finnland, Kanada, Schweden, wenn die mit den guten Leuten kommen, dann haben wir da nichts mehr verloren.“

Siehst du denn persönlich leine Chance für das Ouali-Turnier?

"Doch, das können wir Deutschen schon. Wir können uns da durchbeißen. Aber dann fahren wir wieder zu einer WM, wo man vorher genau weiß, man muss doppelt soviel ackern wie andere Teams und am Ende kommt wahrscheinlich wieder nichts dabei heraus. Das ist schon extrem frustrierend. Damit muss man erst einmal fertig werden.“

Also geht es eigentlich für die Nationalmannschaft immer gegen den Abstieg?

„Nicht unbedingt gegen den Abstieg. Bei aller Kritik sollte man eigentlich mit so Mannschaften wie Frankreich oder Italien, die uns zuletzt den Rang abgelaufen haben, schon mithalten oder besser sein. Wir haben halt auch das Problem, das wir selten über einen längeren Zeitraum mit der gleichen Mannschaft auflaufen können. Es gibt immer Verletzte oder Absagen. Beim letzten WM-Turnier mussten wir mit einer total unerfahrenen Mannschaft spielen und ich finde, dass wir uns dafür noch sehr passabel aus der Affäre gezogen haben. Aber es ist frustrierend, weil man weiß, dass man unterlegen ist. Man muss einfach alles geben, alles aus sich herausholen, das reicht dann vielleicht für zwei, drei gute Spiele. Aber über zwei Wochen gibt es dann halt immer mal einen Einbruch, und dann kommen so hohe Niederlagen wie bei der Olympiade gegen Weißrussland. Es ist halt ein ständiger Überlebenskampf."

Träumst Du manchmal davon, dass es doch noch einmal klappt, mit einer kleinen Sensation. Das die DEB-Auswahl nicht nur zwei gute Spiele bei der WM hinlegt, sondern vielleicht mal vier Partien erfolgreich gestaltet?

"Für zwei, drei gute Spiele reicht es ja. Aber das ist eigentlich schon. Ich hoffe, dass es nicht zu pessimistisch klingt: Aber die guten Eishockey-Nationen sind uns halt meilenweit überlegen. Wie schon gesagt, wenn man alles gibt, alles versucht, dann kann man Teilerfolge erringen. Mehr nicht."

Du hast noch nie eine WM abgesagt, kannst Du teilweise die Flut an Absagen noch verstehen?

''Darüber zu urteilen, warum einer absagt, das steht mir nicht zu. Bei Verletzungen oder wichtigen persönlichen Gründen kann ich Absagen immer verstehen. Wenn jemand echte Probleme hat, dann kann er nicht spielen. Ich finde es nur ziemlich Scheiße, wenn einer einfach keine Lust hat. Das käme für mich zum Beispiel nie in Frage. Ich kann es nicht verstehen, wenn sich dann einer lieber ein paar Wochen eine schöne Zeit macht. Vor allem, weil Deutschland bei einer WM wirklich jeden guten Spieler unbedingt braucht. Wenn da ein paar Gute abspringen, dann ist das schon eine gewaltige Schwächung. Es kommen halt nicht genug junge Spieler nach, um den Kader auch qualitativ gut aufzufüllen."

Viele ehemalige Nationalmannschaftskollegen wirst Du ja auch jetzt in der Bundesliga wiedertreffen. Freust Du Dich darauf?

"In der Bundesliga treffe ich schon ein paar alte Bekannte, das ist schon richtig. So ist die Situation jetzt halt, wo das Ganze mal hin-führt .... schwer zu sagen." 

Du bist jetzt 32 Jahre, kannst Du Dir noch einmal vorstellen, DEL zu spielen?

"Ich sage nicht Nein. Wer weiß, vielleicht will ja auch Essen in den kommenden Jahren hoch in die DEL. Man soll halt nie nie sagen, aber im Moment bin ich ganz froh, dass ich in der Bundesliga spiele."

Wäre denn eine Meisterschaft in der Bundesliga für Dich persönlich weniger wert als eine deutsche Meisterschaft in der DEL? 

"So viele Meisterschaften habe ich ja noch gar nicht geholt. Ich war zwar oft im Finale, aber gewonnen habe ich die Meisterschaft erst einmal. Jetzt spiele ich mit Essen in der Bundesliga und in dieser Liga würde ich halt auch gerne die Meisterschaft holen, klarer Fall. Wenn es tatsächlich klappen würde, dann wäre das schon für mich ein großer Erfolg, über den ich mich sehr freuen würde.“

Legros und Co. scharren ungeduldig mit den Kufen


Die Kufen-Cracks scharren ungeduldig mit den Schlittschuhen, allmählich schließt sich das Eishockey-Sommerloch -endlich! Traditionell läuten die Moskitos die neue Eiszeit mit der großen Party im Baldeneybad ein. Das Höhenfeuerwerk t das nach unbestätigten Meldungen bis nach Iserlohn zu sehen sein soll, bildet den Startschuss für die kommende Saison. Ab jetzt wird geschwitzt, taktiert und gefeilt. Schließlich haben sich Trainer Jan Benda und seine Mannen wieder eine Menge vorgenommen. ,,Das Ziel ist ganz klar, wir wollen ganz vorne mitmischen", so lautet die einhellige Marschroute bei Trainern, Spielern, Verantwortlichen und Fans. Und die Voraussetzungen erscheinen günstig. Schließlich konnte der ESC viele Leistungsträger halten und sich gezielt verstärken.

Spannung verspricht der Kampf um die Position als Nummer eins zwischen den Pfosten. Der erfahrene Radek Toth und Jungnationalkeeper Kai Fischer werden sich mächtig ins Zeug legen. Die Abwehr dürfte mit dem Schweden Anders Hillström und Routinier Andreas Pokorny weiter an Sicherheit gewinnen. Auch im Angriff erhielten die Fuchs-Brüder, Eric Legros und Co. tat-kräftige Unterstützung. Mit Josef Zajic, Henri Marcoux und Jay Luknowsky will der ESC vor dem gegnerischen Gehäuse für stürmische Zeiten sorgen. Ein besonderer Coup gelang den Moskitos sicherlich mit der Verpflichtung von Nationalspieler Peter Draisaitl.

Die qualitative Aufwertung des Kaders war auch nötig, schließlich präsentiert sich die neue Bundesliga bärenstark. Etablierte Teams und bekannte Namen bieten günstige Vor-aussetzungen für volle Stadien. Gleiches gilt für die Regionalrunde, die viele brisante Derbys bietet. Zudem konnte mit der Düsseldorfer EG ein echtes Zugpferd für die Bundesliga gewonnen werden. Ein Besuch an der Brehmstraße dürfte für fast jeden ESC-Fan am ersten Spieltag Pflicht sein. Oder zumindest das Anschalten des Fernsehers, denn bekanntlich zeigt der WDR die Partie live, was den gestiegenen Stellenwert der Bundesliga deutlich unterstreicht.

Doch zunächst einmal steht für die Moskitos die Vorbereitung auf dem Programm. ,,Natürlich schwebt mir schon so einiges im Kopf herum. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich in der Praxis erst erweist, wer zu wem am besten passt und wie die taktische Ausrichtung letztendlich aussieht", hielt sich Jan Benda erst einmal bedeckt. Und wie beurteilt die Konkurrenz den ESC-Kader? Wir befragten Lubomir Pokovic, den Trainer des amtierenden Meisters EHC Neuwied. "Das Grundgerüst der Essener Mannschaft ist zusammengeblieben, darauf kann Jan Benda aufbauen. Die Neuzugänge sind allesamt hochkarätig und werden die Moskitos mehr als nur ergänzen. Der ESC zählt zu den vier Teams, die ich auf meiner Titelrechnung habe", meinte Pokovic. Hoffen wir, dass der slowakische Trainerfuchs Recht behält. 

   

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