Das war die Saison 1997/1998


3. ESC-Sturm drehte auf


Die Zeiten sind längst vorbei, da sich der dritte ESC-Sturm als reine "Haltereihe" präsentierte. Dass diese Formation zuletzt so erfolgreich spielte, entpuppte sich aber doch als freudige Überraschung, schließlich wurde das Trio eher aus personellen Nöten zusammengewürfelt. Trainer Jan Benda griff in die Trickkiste und stellte mit Frank Appel einen gelernten Verteidiger an die Seite von Christian Koh-mann und Darius Czerwiec. Das Experiment glückte, weil Appel in der neuen Rolle ungeahnte Qualitäten aufblitzen ließ. Ansonsten ein rustikaler Abräumer und gnadenloser "Checker" an der Bande, verblüffte Frank jetzt durch Übersicht und Offensiv-Fähigkeiten. "Er hat seine Sache wirklich sehr ordentlich gemacht", lobte auch Trainer Jan Benda. Mit Darius Czerwiec steht ein zweiter "harter Hund" in diese Reihe. Der polnische Ex-Nationalspieler, geht keinem Zweikampf aus dem Weg und gilt als Gegenspieler der besonders unangenehmen Art. Hannovers Torjäger Danny Beauregard brachte es auf den Punkt: "Vor Czerwiec muss man Respekt haben. Wenn ich den auf mich zufahren sehe, spiele ich die Scheibe sofort ab." Außerdem kann Darius auch kräftig einstecken und lässt sich von kaum einer Blessur abschrecken, die Schlittschuhe zu schnüren. Sogar einen Zehbruch wollte Czerwiec glattweg ignorieren. Betreuer Jochen Giepmann musste fast schon Gewalt anwenden, um Darius zum Arzt zu schleppen. Im Blickpunkt der dritten Reihe stand zuletzt Christian Kohmann. Der flinke Schlittschuhläufer avancierte in Sonthofen zum Mann des Abends. Dreimal versenkte er die Hartgummischiebe, wobei das Tor zum 6: 1 ein echter Kracher war. "Ich glaube, einen solchen Hammer habe zuvor noch nie abgelassen", schmunzelte Kohmann, der nicht lange fackelte, sondern konsequent den Abschluss suchte. Der ESC-Stürmer mit der Nummer acht stellte gleichzeitig klar. "Unsere Hauptaufgabe liegt in der Defensive. Wenn wir kein Gegentor bekommen, haben unseren Job erledigt. Aber auch vorne, haben wir unsere Chancen, müssen diese aber noch zielstrebiger nutzen. Die letzten Spiele haben uns jedenfalls viel Selbstvertrauen gegeben", hofft Christian, den Aufwärtstrend gemeinsam mit Appel und Czerwiec fortsetzen zu können.

Die magische Grenze 100.000 ! wird heute überschritten


Was für ein imposantes Jubiläum. Im heutigen Spiel gegen den ERC Ingolstadt können wir den 100.000 Besucher in dieser Saison am Westbahnhof begrüßen. "Vor der Spielzeit hatten wir uns erhofft, in den Playoffs diese magische Grenze zu erreichen. Dass uns dies nun schon in der Meisterrunde gelingt, ist umso schöner", freute sich Pressesprecher Andreas Keppeler aus dem ESC-Vorstand. Für den besonderen Gast heute Abend haben sich die Essener Verantwortlichen eine kleine Überraschung einfallen lassen. Der glückliche Moskitos-Anhänger kann sich über eine Dauerkarte für die kommende Saison freuen, zudem gibt es noch ein weiteres kleines Präsent als Überraschung. "Wir sind schon stolz, dass wir unseren Schnitt auf weit über 3000 Fans steigern konnten. Die Bilanz zeigt wieder einmal deutlich, dass unsere treuen Anhänger unser größtes Potential sind", so Keppeler weiter. Mit den 100.000 Besuchern sind die Moskitos auch im Essener Sport ganz klar die Nummer eins. Selbst Zuschauermagnet Rot-Weiß Essen kann bei solchen Zahlen nur noch neidisch zum Westbahnhof herüberblicken.

Kasper und Kari triumphierten im Derby


Das ging runter wie Öl! Nach sechs vergeblichen Anläufen wurde der erste Derbysieg über den "Erzrivalen" aus Iserlohn umso ausgiebiger gefeiert. Party pur am Westbahnhof, die Moskitos ließen dem Tabellenführer keine· Chance und fuhren einen ebenso glatten wie verdienten 4:1 (1:0, 1:1, 2:0) Erfolg ein. Vom viel gerühmten Power-Eishockey der Sauerländer war so gut wie nichts zu sehen. Die Essener gingen beherzt zur Sache und schlugen den alten Kontrahenten mit dessen eigenen Waffen. Kein Zweifel: Der Matchwinner hieß Oliver Kasper! Nach einer kleinen Auszeit in den vorherigen Partien ließ der Filigrantechniker seine Qualitäten nachhaltig aufblitzen und stellte die Weichen mit den ersten beiden Treffern auf Sieg. Beim 1:0 schlenzte er den Puck nach feiner Vorarbeit von Robert Kucera sicher in die Maschen. Beim zweiten Tor legte Kasper ein sehenswertes Solo aufs Parkett und demütigte Iserlohns Publikumsliebling Ian Wood geradezu, ehe er zum 2:0 einschob. Auch das Anschlusstor der Gäste durch Terry Campbell brachte die Moskitos nicht mehr aus dem Konzept. Boris Fuchs und Eric Legros machten den heiß ersehnten Sieg im Derby perfekt. Im Blickpunkt der anschließenden Jubel-Arie stand Keeper Kari Rosenberg, der bei seinem Comeback eine blitzsaubere Partie ablieferte. "Wir wussten, dass Iserlohn mit langen Pässen operiert. Für solche Situationen hat Kari ein gutes Auge und kann diese bereinigen", hatte Jan Benda bei der Nominierung des Finnen ein feines Näschen bewiesen. "Wenn man bedenkt, dass wir nur eine Rumpftruppe ins Rennen schicken konnten, bin ich absolut zufrieden", meinte Benda, der auf Rumrich, Sejba, Heinisch und Ondrejka verzichten musste. IEC-Trainer Greg Poss gab sich als fairer Verlierer. "Der Essener Sieg geht absolut in Ordnung. Meine Mannschaft hat die nötige Aggressivität vermissen lassen, deshalb kann ich den Moskitos nur gratulieren", befand Poss. Da können wir uns nur anschließen.

Bernie contra Helmut - Duell der Haudegen steht am Sonntag im Mittelpunkt


Auf ein Duell der besonderen Art dürfen sich die Eishockey-Fans am Sonntag in Erding freuen. Mit Bernie Englbrecht auf der einen und Helmut de Raaf auf der anderen Seite treffen zwei der erfolgreichsten deutschen Keeper der letzten Jahre aufeinander. Während Bemie der überragende Goalie in der Hacker-Pschorr-Liga war und auch im Verlauf der Meisterrunde bislang vollauf zu überzeugen wusste, feierte Helmut de Raaf aus den allseits bekannten Gründen bei den Moskitos vor wenigen Wochen sein Comeback auf dem Eis. Vor nicht allzu langer Zeit stand Bemie noch im Essener Kasten. In der Saison 93/94 wechselte der 83fache Nationalspieler vom EV Landshut an den Westbahnhof. Unter Trainer Peter Gailer, der seinen Vertrag in Braunlage übrigens verlängerte, zählte der EHC Essen-West mit dem Torwart-Routinier damals zu den Top-Favoriten in der Zweiten Liga. Am Ende einer verkorksten Saison standen jede Menge Schulden und der Konkurs. Bemie war zu Beginn der Spielzeit ein Leistungsträger beim EHC, seine Formkurve zeigte aber steil nach unten, als es erste finanzielle Schwierigkeiten gab. Immer häufiger verlängerte er eigenständig seine Heimaturlaube. Schnee von gestern. Der Torwart-Routinier feiert übrigens am 16. Februar seinen 40. Geburtstag. Verfrühte Geschenke würde Bernie sicher nicht annehmen. Daher unser Tipp: Helmut gewinnt das Duell der Haudegen!

Moskitos komplettieren den Kader - Ex-Nationalspieler Michael Rumrich und Jungtalent Robert Kucera verpflichtet


Wenige Tage vor Beendigung der Transferzeit haben die Verantwortlichen der Moskitos die Lücke, die durch die Abgänge von David Musial und Jiri Smicek und dem verletzungsbedingten Ausfall von Richard Brodnicki entstanden ist, geschlossen. Nach der Verpflichtung von Michael Rumrich und Robert Kucera kann Jan Benda nunmehr wieder auf vier komplette Sturmreihen zurückgreifen, da Jiri Heinisch seinen Mittelfußbruch auskuriert hat. Mit der Verpflichtung von Michael Rumrich gelang dem Moskitovorstand ein weiterer spektakulärer Coup. Der zweiunddreißigjährige Außenstürmer dürfte mit seiner großen Erfahrung eine enorme Bereicherung für den Moskitoangriff darstellen. Das Eishockey 1x1 erlernte Rumrich in der Jugend des EC Bad Tölz, seine erste Station in der Bundesliga war der EHC Freiburg. Zwei Spielzeiten stürmte er dort zusammen mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Jürgen. Danach ging das Brüderpaar kurzfristig getrennte Wege. Michael wechselte nach Frankfurt, wo er sich mit guten Leistungen für die Nationalmannschaft empfahl.

Von 1991 bis 1994 waren die Rumrichs dann bei Preußen Berlin wieder vereint. Von 1994 bis 1996 spielte Michael Rumrich bei den Kölner Haien, wo er auch einen Meistertitel erringen konnte, dem sein Bruder Jürgen immer noch vergeblich nachrennt. Trotz guter Leistungen beim KEC, wo der 74fache Nationalspieler immer zu den Aktivposten zählte, wurde Michael Rumrich ein Opfer der Ausländerwelle in der DEL. Da in der DEL kein Verein anbiss, setzte Rumrich seine Karriere im österreichischen Kapfenberg fort. 354 Spiele in der höchsten deutschen Liga weist die Statistik für ihn auf. 103 Torerfolgen stehen 137 Vorlagen gegenüber. Obwohl Michael Rumrich mit einem großen Kämpferherz ausgestattet ist, gilt er jedoch nicht als harter Spieler oder Rauhbein. Seine 306 Strafminuten bewegen sich im normalen Rahmen. Auch im Trikot der deutschen Nationalmannschaft war der neue Hoffnungsträger im Moskitodress bei 74 Einsätzen mit 16 Toren recht erfolgreich. International schaffte der Familienvater den Durchbruch bei den olympischen Spielen 1992 in Albertville. Mit vier Toren gehörte er zu den besten Torschützen der deutschen Nationalmannschaft, zudem bewies er mit Einsatzfreude und läuferischer Stärke seine internationale Tauglichkeit. Jan Benda hofft daher, mit Rumrich den richtigen Mann gefunden zu haben, der dem Moskitospiel die kämpferische Note aufdrücken kann und mit seinem Engagement auch die Techniker im ESC-Dress mitreißen kann.

Neben dem renommierten Neuzugang Michael Rumrich wirkt die Verpflichtung des erst neunzehnjährigen Außenstürmers Robert Kucera geradezu bescheiden. Doch das Sturmtalent von Slavia Prag konnte Jan Benda mit seiner technischen Versiertheit und guten läuferischen Fähigkeiten im Probetraining überzeugen. Die gute tschechische Eishockeyschule kommt bei Kucera, der in der vierten Angriffsreihe von Slavia Prag zuletzt nicht mehr so viel Eiszeiten bekam, daher voll zum Tragen. Zudem ist ihm das kämpferische Element auch nicht fremd. Kucera wird vorerst die Rolle des vierten EU-Spielers einnehmen, solange Torwart Kari Rosenberg noch verletzt ist. Möglicherweise stellt Jan Benda dem neuen "Moskito-Küken" mit Jiri Sejba einen erfahrenen Landsmann zur Seite. Im Training bewiesen die beiden schon ein gutes Spielverständnis und auch ansonsten könnte der zuletzt nicht immer überzeugende Sejba ein Spielertyp sein, der seinen jungen Landsmann führen kann. Wunderdinge sollte von dem jungen Tschechen aber niemand erwarten er gilt vielmehr als Ergänzung des Kaders und nicht als neuer Leistungsträger.

Aufstockung der DEL mit Moskitos? - Schäfer III plant mit Essen in der DEL


Ein Interview mit DEL-Geschäftsführer Bernd Schäfer III sorgt am Westbahnhof für viel Gesprächsstoff. Schäfer III befürwortet eine Aufstockung der DEL, sofern sich hierdurch die wirtschaftliche Basis der Liga verbessert. So sind auch Seiteneinsteiger herzlich in der Liga willkommen. Und gerade Teams aus Großstädten oder Ballungszentren wie das Ruhrgebiet möchte der mächtige Mann im deutschen Eishockey gerne in die DEL einbinden. Und da die Moskitos mittlerweile über einen guten Namen verfügen und zudem in wirtschaftlicher Hinsicht als schuldenfreier Klub schon eine Art Vorbildfunktion einnehmen, erscheint ein Aufstieg in die DEL nicht ausgeschlossen. Schiemann will erst sportliche Voraussetzungen schaffen Essen Boss Thomas Schiemann betrachtet die Angelegenheit naturgemäß gewohnt skeptisch, kann sich allerdings einen Seiteneinstieg m die DEL vorstellen. Durch Werbe- und Präsentationsmöglichkeiten im Fernsehen könnte der ESC dann auch endlich für die heimischen Großsponsoren interessant werden. Doch Thomas Schiemann mochte zuerst einmal die sportlichen Voraussetzungen für einen Aufstieg gewahrt sehen. Und da hapert es derzeit bei den Moskitos Ja gewaltig. Würde man sich bei den derzeitigen Leistungen zu weit aus dem Fenster lehnen macht man sich bei der Konkurrenz und auch den eigenen Fans lächerlich. Und die Sprüche in Hinblick „DEL-Bewerbung" aus dem Bremerhaven-Spiel dürften den ESC-Verantwortlichen jetzt noch in den Ohren klingen. Es bleibt also abzuwarten, wie es in dieser Hinsicht weitergeht und vor allem, wie sich die Möglichkeit eines „Aufstiegs" in die DEL auf die sportliche Leistung auswirkt. Egal, ob es einen sportlichen Auf-und Abstieg noch geben wird. Bestes Argument für die DEL sollte die sportliche Leistung bleiben!

Großreinemachen im Moskitoskader - Trennung von Musial, Smicek und Brodnicki


Krise bei den Essener Moskitos sich zugespitzt und die ersten personellen Konsequenzen wurden gezogen. Der Dienstagabend war der letzte Arbeitstag für David Musial, Jiri Smicek und Richard Brodnicki. Während die durch Disharmonie mit dem Trainer begründete Trennung von David Musial wohl abzusehen war, kommen die Abgänge von Smicek und Brodnicki etwas überraschend. Relativ einfach ist der Fall bei Richie, einem der dienstältesten Moskitos gelagert. Der dreiundzwanzigjährige Stürmer bekam vom Arzt wegen seiner anhaltenden Bandscheibenprobleme Startverbot für die restliche Saison und so war eine Trennung aus gesundheitlichen Gründen eine unproblematische Lösung. Dass David Musial die Erwartungen nicht erfüllt haben soll, überrascht doch ein wenig. Gerade zu Saisonbeginn setzte David mit couragiertem Einsatz einige Highlights und wegen dieser Qualitäten war er ja zu Saisonbeginn aus Heilbronn verpflichtet worden. Und bei dem erfahrenen Routinier Smicek ist doch bekannt, dass ihm das technische Element mehr liegt als der kämpferische Einsatz, aber zu Saisonbeginn war auch seine Weiterverpflichtung eine glasklare Angelegenheit. Wie dem auch sei, Trainer und Vorstand werden ihre plausiblen Gründe hierfür haben. Bleibt nur zu hoffen, dass die entstandenen Lücken schnell geschlossen werden können. Der Redaktion der Moskito-News bleibt nichts Anderes über, als David Musial, Jiri Smicek und Richard Brodnicki für die Leistung, die sie erbracht haben, trotzdem Danke zu sagen und allen Spielern für ihre weitere Zukunft alles Gute zu wünschen.

Oliver Kasper kehrt zum Westbahnhof zurück


Als sich am Dienstag letzter Woche die Redaktion der Moskito-News zur wöchentlichen Besprechung traf, war die Meldung, dass Oliver Kaper vom Vorstand des Nachbarn Duisburger EV die rote Karte erhalten hat, natürlich ein heißer Diskussionspunkt. Wohin führt der Weg des eigenwilligen Technikers nunmehr und wäre er in der jetzigen Situation ein Mann für die Moskitos? Ganze drei Tage später sind wir alle nun wieder ein bisschen schlauer. "Mr. Fantastic" is back am Westbahnhof! Bei vielen wird diese Meldung auf ungläubiges Staunen gestoßen sein, denn zu Saisonbeginn wurde Kasper bekanntlich ausgemustert, weil er nicht mehr in das neue taktische System von Jan Benda passte. Und auch während der Spiele gegen Hamm und Adendorf wurde die Verpflichtung unter den Zuschauern kontrovers diskutiert. Fest steht, dass Trainer und Vorstand nach den vielen Niederlagen handelt, mussten. Und wenn mit Oliver Kasper ausgerechnet der geschasste Topscorer der letzten beiden Spielzeiten zurückgeholt wurde, so soll daraus kein Schuldeingeständnis des Trainers konstruiert werden.

Fakt ist, dass der Spielermarkt derzeit kaum etwas hergibt. Viele deutsche Spieler in der DEL können gar nicht wechseln, weil ihre Vereine dann unter das erforderliche Kontingent von fünf deutschen Spielern rutschen würden. Daher waren Trainer und Vorstand der Moskitos gewiss nicht böse, dass ein Oliver Kasper nach seinem Rauswurf in Duisburg jetzt zu haben war. Denn Spieler, die über ein solch technisches Vermögen verfügen, sind auch in der DEL sehr dünn gesät. Und unter Umständen wäre das Gezeter unter den Fans viel größer geworden, wenn Olli möglicherweise zu einem direkten Konkurrenten der Moskitos um Platz sechs gegangen wäre. Also, seien wir mehr als froh, dass Oliver Kasper wieder bei uns ist. Jan Benda hat im Angriff eine Alternative mehr und vor allem eine wichtige Schaltzentrale im Überzahlspiel auf dem Eis, denn hier hat es zuletzt bei den Moskitos am meisten gehapert.

Es wird jetzt Aufgabe des Trainers sein, Oliver in das Team zu integrieren und ihm Spieler an die Seite zu stellen, die von seiner Spielintelligenz und seinen Pässen profitieren können. Wunderdinge sollte keiner erwarten. Mitten in der Saison in ein Team zu wechseln, welches unter einem enormen Druck steht, ist bestimmt nicht einfach, auch nicht für einen Oliver Kasper, der immer noch zu den besten deutschen Scorern der Liga zählt. Deshalb Moskitosfans! Vergesst einfach, dass Oliver in den ersten zwanzig Spielen für Duisburg gespielt hat, nehmt ihn mit offenen Armen auf, damit er jetzt mit der Rückennummer „17" schnell wieder zum „Mr. Fantastic" wird.

Autor: Uli Ferdinand

Eis Splitter


Ein Paket aus Hannover trudelte Anfang der Woche auf der Geschäftsstelle der Moskitos ein, ein funkelnagelneuer Schläger, eine Flasche Rotwein und eine Entschuldigung von Hannovers Co-Trainer Siggi Reiss, der beim letzten Aufeinandertreffen der Moskitos bei den Turtles den Schläger von Bedrich Scerban zertrümmerte. Noch schöner wäre es ja, wenn sich auch die Herren Frenzel und Benda wieder die Hände reichen und ihre Dauerfehde begraben. Der Spruch "Wir sind alle Eishockeyfans" sollte auch für die Trainer gelten.

Die 1. Liga nach dem 15. Spieltag - Der Kampf um Platz 6 entbrennt!


Nach dem 15. Spieltag hat die erste Liga Nord einen neuen Spitzenreiter. Vorjahresmeister EHC Neuwied schickt sich so langsam an, da weiter zu machen, wie die Saison 96/97 aufgehört hat. Sechs Siege in Folge katapultierten, die Bären nach vorne, wobei die Prestigeerfolge in Trier und Essen natürlich herausragen.

Zwei Punkte hinter den Bären liegen der EC Bad Nauheim und die Hannover Turtles. Die Hessen mussten sowohl in Trier als auch gegen die Turtles Überstunden absolvieren und verloren die kurzfristige Tabellenführung durch die Niederlage im Penaltyschießen gegen Hannover. Die Turtles haben ihre kurzfristige Krise gut gemeistert und hielten auch den EV Duisburg sicher mit 6:2 in Schach. Markus Bleicher ragte einmal mehr mit drei Vorlagen heraus. Mit 29 Punkten folgen diesem Trio die Moskitos und der Nordhomer GEC. Beide Teams stehen sich dieses Wochenende in Hin- und Rückspiel als Kontrahenten gegenüber, also fast ein wenig Playoff-Charakter. Mit dem Klasse Goalie Belitzki als Rückhalt sind die äußerst ausgeglichen Ritter gegen die im Formtief befindlichen Essener leicht favorisiert. Mit Adamus und Ginetti verfügen die Grafschafter über zwei Spieler, die ihre Mannschaftskameraden immer wieder gut in Szene setzen können.

Auf den so eminent wichtigen sechsten Platz hat sich der Iserlohner EC vorgearbeitet. Der Schwede Löfström kommt immer besser ins Spiel und hat mittlerweile dreizehn Tore erzielt. Zudem haben die Sauerländer mit dem, Augsburger Terry Campbell einen absoluten Glücksgriff getan. Der kleine Kanadier hat sich zum Kopf des Teams entwickelt. Der Kanadier Dean Seymour hat nunmehr auch einen Vertrag bis Saisonende erhalten und kann dadurch möglicherweise befreiter aufspielen.

In Duisburg konnte man nach dem 3 :2 Sieg in letzter Minute gegen die Moskitos tief durchatmen, denn der Anschluss an Platz sechs blieb gewahrt. In den letzten Spielen zeigte sich aber einmal mehr, dass das Spiel des EVD mit Oliver Kasper steht und fällt. Nach Markus Bleicher ist Olli bester deutscher Scorer. Nicht verlängert wurden die Probeverträge der Schweden Klys und Hillbom. Auch die Hamburg Crocodiles haben den sechsten Platz noch in Reichweite. Dem Team von Bob Bums fehlt aber ein bisschen die Konstanz. Zudem fehlt dem Team ein Torjäger, denn noch immer führt Verteidiger Jardemyr die interne Scorerliste an. Gegen Adendorf haben sich Crocodiles sechs Punkte vorgenommen um den vor ihnen platzierten Teams auf die Pelle zu rücken.

Überraschend klopft auch der REV Bremerhaven an die Pforte zu Platz sechs und kann sich genau wie die Crocodiles mit voller Punktausbeute gegen Braunschweig näher an Platz 6 heranschieben. Gegen Braunlage war der Finne Juha Nunninen nach seiner Rückkehr mit zwei Toren Matchwinner. Der Grefrather EV hat als Zehnter auch nur vier Punkte Rückstand auf den lserlohner EC. Die Siegesserie der Nierspanther wurde zwar in Braunlage mit 1:7 recht abrupt gestoppt, aber auch für den GEV gilt, sechs Punkte aus den Vergleichen gegen Limburg sind fast schon Pflicht.

Der EHC Trier kann einem schon fast leidtun. 2:3 im Penaltyschießen in Essen, 0:1 gegen Neuwied und dieses Wochenende wieder Niederlagen nach Penaltyschießen und Overtime. Sechsmal gingen die Mosellöwen mittlerweile in die Verlängerung, aber nur ein Zusatzpunkt sprang heraus. Weiteres Problem, Goalgetter Mike Bader hat derzeit Ladehemmung und ist bereits seit sechs Spielen ohne Torerfolg. An Boden verloren haben die Herne Miners. In den Westderbys gegen Iserlohn und Herne fehlte das Quentchen Glück und auch die Kraft. Nicht wie vermutet Tomas Wilczek, sondern sein Vereinskamerad Alexander Schejbal soll den Angriff verstärken. Allerdings hat Nordhorn noch keine Freigabe erteilt. Alles beim alten auch in Braunlage, das Team kommt auswärts auf keinen grünen Zweig. Mit Platz 13 und achtzehn Punkten dürfte der Zug nach oben für das Team von Peter Gailer fast schon abgefahren sein. Pikant dürfte allerdings das Duell mit Gailers Ex-Club Iserlohn am Wochenende werden. Nicht auszudenken, wenn ausgerechnet Sohn Butzi die letzten vagen Hoffitungen der Harzer zunichtemacht.

Nichts Neues eigentlich aus Wilhelmshaven, Hamm, Adendorf, Limburg und Braunschweig, außer der Tatsache, dass der erst vor vier Wochen in Limburg als Trainer verpflichtete Rob Torgler bereits wieder das Weite gesucht hat. Grund: mangelnde profihafte Bedingungen. Für die genannten Teams ist die Vorrunde bereits gelaufen und man kann befreit aufspielen. Die Eisbären aus Hamm haben sich mit dem Finnen Tero Kaasinen verstärkt und auch in Limburg und Wilhelmshaven ruhen die Hoffnungen auf Suomi-Akteure. Während das Team von der Lahn mit Piikilää schon wieder einen neuen Akteur verpflichtete, kann an „der Jade Josef Vimmer endlich auf den lange verletzten Pasanen zurückgreifen. Auch bei Braunschweig lichtet sich das Lazarett nachdem Gaudet und Lemmer wieder einsatzfähig sind. Das kampfstarke Team aus Adendorf vertraut weiterhin seinem bewährten Kader und will am Wochenende en Hamburg Crococliles das Leben so schwer wie möglich machen.

Autor: Uli Ferdinand

1.000 Fans mit den Moskitos in Duisburg


Trotz der Niederlage gegen Neuwied begleiteten nahezu 1.000 Moskitofans ihr Team nach Duisburg. Jan Benda ließ Ben Nieleck nach seiner starken Leistung im Tor, musste aber auf das Verteidigerpärchen Sejejs und Wunsch verzichten. Der ESC erwischte einen Auftakt nach Maß und ging durch Darius Czerwiec schnell mit 1 :0 in Führung, die jedoch ausgerechnet Oliver Kasper in Überzahl ausgleichen konnte. Der EVD hatte dann mehr Spielanteile, schoss auch wesentlich mehr aufs Tor als die Moskitos, aber Ben Nieleck hielt seinen Kasten sauber. Das zweite Drittel im überaus fairen Spiel bot hervorragende Chancen für beide Mannschaften die Führung zu erzielen, doch die Fans bekamen keine Gelegenheit zum Torjubel. Ben Nieleck parierte einen Alleingang von Kasper, Legros und Richter scheiterten völlig frei vor Andre Dietzsch. Im letzten Drittel versuchten die Gastgeber gleich zu Beginn die dezimierte Essener Abwehr müde zu spielen. Und nach 5 Minuten hatten die Duisburger Fans Grund zum Jubeln. Nach einer Vorarbeit von Olli Kasper tanzte Steffen Ziesche die Essener Verteidigung nebst Ben Nieleck aus und vollendete zum 2:1. Die Moskitos versuchten nunmehr das Spiel noch umzubiegen, aber Eric Legros scheiterte am glänzend reagierenden Andre Dietzsch. Es bedurfte schon der Hilfe von Oliver Kasper, der im Mitteldrittel einen Puck vertändelte. Für Torsten Kienass war auf einmal die Gasse frei und die Moskitofans konnten eine Minute vor Spielende den Ausgleich bejubeln. Doch der EVD schlug eiskalt Wirück. Direkt im Gegenzug war der Finne Myrrä mit einem gekonnten Drehschuss erfolgreich. Nichts war es mit einer Verlängerung, die drei Punkte blieben an der Wedau.

Autor: Uli Ferdinand

   

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