Das war die Saison 1993/1994


Horst Barkawitz: Strapaziöses Ehrenamt beim EHC Essen West - Paradox: Der EHC Obmann ist "Mädchen für alles"


Ihnen, liebe Leser, ist sicherlich schon jener figurbewusste Mensch aufgefallen, der bei (fast) jedem Spiel ebenfalls an der Bande des EHC Essen-West steht und meist eifrig beim Schreiben gesehen wird. Horst Barkawitz heißt der Mann und bekleidet das Amt des Obmannes beim EHC. 39 Jahre ist der 44-jährige Bauingenieur dem Eishockeysport verbunden

Nach Krefeld und Düsseldorf erlebte er am Essener Westbahnhof ab 1976 noch zwei Jahre des alten ERV 68. Seitdem ist Horst beim Essener Eishockey eine feste Größe, zunächst nur als Fan. Später überredete der damalige Fan-Club-Vorsitzende Thomas Schiemann ihn, im EHC--Fan-Club aktiv zu werden, wo er ab 1979 Verantwortung als stellvertretender Vor-sitzender übernahm. Vor etwa sechs Jahren bekleidete er zusammen mit Detlev Trost erstmals das Amt des Obmann. Seit zwei Jahren ist er allein für diesen Aufgabenbereich verantwortlich.

Der Obmann befasst sich mit allen Wehwehchen der Mannschaft, die aus dem sportlichen Bereich herrühren. Da ist zunächst einmal die Ausrüstung und Erstausrüstung der Spieler und zu diesem Zwecke wälzt Horst Barkawitz in schöner Regelmäßigkeit die Prospekte und Kataloge der einzelnen Ausrüster. Wenn es eben möglich ist, wird auf die Wünsche der EHC-Stars eingegangen. Christian Brittig zum Beispiel spielt grundsätzlich nur in gebrauchten Sachen. Sergej Jaschin und Serguij Zaitzew spielen mit dem Material, das vorhanden ist und sind hinsichtlich ihrer Ausrüstung recht bescheiden. Schläger aus den USA zu bestellen, ist gänzlich normal. Der Verschleiß bei den Akteuren ist recht unterschiedlich. Während Martin Jilek mit 24 Stöcken pro Saison über die Runden kommt, hat einer der EHC-Torhüter einen Verbrauch der jenseits der 60er Grenze liegt. Die Schläger gehen in der Regel an einer ganz bestimmten Stelle kaputt, weil der junge Mann eine bestimmte Marotte hat (Wer kann das wohl sein?). Erst wenn die Erstausrüstung der Spieler erfolgt ist, hat Horst Barkawitz mehr Zeit sich um die anderen Obliegenheiten zu kümmern.

Der Obmann kümmert sich ebenfalls um regeltechnische Dinge. Darunter fallen die Spielgenehmigungen und Freigaben für die neuen Akteure. Die Spielerpässe müssen umgeschrieben werden. Der Spielbericht wird vor dem ersten Bully ausgefüllt. Bei diesem müssen lediglich die Torhüter feststehen. Ansonsten kann man nach Belieben „würfeln", wie wir es in der letzten Spielzeit ja des Öfteren schon erlebt haben. Die „Startaufstellung", das heißt die ersten fünf Akteure, sind vor dem ersten Bully durch Kreuzchen zu, markieren. Aufgrund der Vorfälle mit auf dem Spielbericht fehlenden Akteuren muss Horst zusätzlich zum Spielbericht noch eine Mannschaftmeldung ausfüllen. Proteste gegen Schiedsrichterentscheidungen oder andere Gegebenheiten sind ebenfalls Sache des Obmanns. Horst Barkawitz ist bei fast jedem Training der Mannschaft anwesend und begleitet sie auf den Auswärtsfahrten. Hier organisiert er das Essen und wenn nötig ein Hotel Letzteres allerdings nur für Fahrten, die ähnlich strapaziös sind wie die Reise in die Lausitz zum ES Weißwasser. Während der Spiele sieht man ihn fleißig Schreiben, denn wie keine andere Sportart lebt Eishockey von und mit der Statistik.

Die Zahl der Torschüsse, wer bei Toren und Gegentoren auf dem Eis war und vieles mehr wird fein säuberlich festgehalten. Diese Statistik fällt von Trainer zu Trainer mehr oder weniger umfangreich aus. Rolli van Hauten benötigte nur wenige Daten, da er vieles aus dem Bauch heraus bewertete. EHC-Coach Peter Gailer wünscht eine Statistilc im normalen Umfang. Horst Barkawitz opfert seine knapp bemessene Freizeit gerne für den EHC, denn Eishockey ist nun mal sein ein und alles. Als man ihn kürzlich auf der Mitgliederversammlung in den Wirtschaftsrat wählen wollte, lehnte der gewichtige Mitvierziger dankend ab, „Jetzt, wo der Job mir richtig Spaß macht, soll ich in den Wirtschaftsrat". Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft mit weiterem sportlichen Erfolg den ,,Job'' noch weiter versüßt

Kanadier Thyer soll die "Buden" machen


Die fehlende Torausbeute war der Anlass. Der EHC Essen West hat am letzten Samstag einen neuen Ausländer ·verpflichtet. Zukünftig steht am Westbahnhof neben den beiden russischen Angreifern Sergej Jaschin und Sergeuj Zaitsev ein dritter Stürmer im Stall. Es ist der Center Mario Thyer aus Kanada. Zuletzt verdiente. der 27jährige seine Brötchen in der International Hockey-League (IHL) bei Kalamazoo und Cincinnati, markierte dort in den letzten vier Jahren in 266 Spielen 231 Scorerpunkte (64/167). Am Mittwoch landete Thyer in Düsseldorf, soll schon beim Schlagerspiel gegen Spitzenreiter Nürnberg eingesetzt werden. Der EHC-Vorstand reagierte damit auf die Formschwankungen des Petersburgers Sergej Jaschin. Mit zehn Kilo Ubergewicht war der Russe am Westbahnhof angereist. Vergeblich hofften die Fans am Westbahnhof auf Besserung, stattdessen gab es Zerwürfnisse zwischen Jaschin und Zaitsev, schnitten sich die russischen Angreifer auf dem Eis. Von Harmonie keine Spur. Höhepunkt war vor knapp 14 Tagen ein handfester Krach zwischen den beiden. Der Petersburger Jaschin, früher beim KGB-Klub Dynamo Moskau tätig, glaubte offenbar gegenüber dem vom Gewerkschaftsverein Kyrilla Moskau stammenden Zaitsev weisungsbefugt zu sein, ließ den Chef raushängen. Trainer Peter Gailer trennte die Streithanseln, steckte sie in verschiedene Angriffsformationen

Volker Montag, Geschäftsführer beim EHC-Sponsor OWI: „Wir haben lange genug Geduld gezeigt, Jetzt mussten wir handeln. Unsere Mannschaft zeigt technisch ein hervorragendes Spiel, weist auch meist die bessere Schuss Statistik auf, doch sie kann ihre Überlegenheit einfach nicht in Tore ummünzen. Das erhoffen wir uns jetzt von unserem neuen Angreifer Mario Thyer.

 

 

   

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