Das war die Saison 1990/1991


Ein Happy End nach der verkorksten Vorrunde


Nun ist es doch noch ein Happy End für unseren EHC geworden. Dabei sah es vor zwei Wochen nach der deprimierenden Niederlage gegen den KEV gar nicht danach aus. Doch durch zwei Siege zum Ende der Vorrunde konnten Eakin und Co. sich gerade noch vor den heranstürmenden Kasselanern ins Ziel retten. Sie hat schon Nerven gekostet diese Vorrunde und die treuen Fans unseres EHC wurden auf eine harte Probe gestellt. Gerade die ersten beiden "Drittel" der Spielzeit waren nicht gerade das, was man unter einer erfolgreichen Eiszeit versteht.

Unter Tore Hedwall holte man aus 19 Spielen lediglich 10 Punkte. Viele Verletzte schwächten das EHC-Team in diesem Zeitraum. Unsere Spieler brauchen nach eigener Auskunft des Öfteren einen Tritt in den Allerwertesten und dafür war der zweifelsohne sympathische Schwede eben nicht der richtige Mann. Wie dem auch sei, neue Besen kehrten auch beim EHC gut. Zwar waren es keine sportlichen Glanzlichter, die den Zuschauern nach dem Amtsantritt von Hans Potzgruber geboten wurden, doch zumindest holte die Mannschaft jetzt die zum Erreichen der Aufstiegsrunde notwendigen Punkte. 16:10 Punkte in nur dreizehn Spielen sprechen eine deutliche Sprache

Eine positive Bilanz im direkten Vergleich zu den Ligakonkurrenten weist der EHC lediglich gegenüber dem ewigen Rivalen aus Duisburg (7:1) und dem EC Kassel auf (6:2) auf. Zum Angstgegner dieser Spielzeit avancierte der Grefrather EC, mit dem das Team vom Westbahnhof, obwohl von der Papierform her stärker, doch seine Schwierigkeiten hatte. Mit 4:4 Punkten und 16:17 Toren fällt der direkte Vergleich für den Aufsteiger aus. Ähnlich ausgeglichen ist Bilanz mit dem ESC Wolfsburg. Hier wurden im Eispalast am Allersee allein drei der vier Punkte geholt, zuhause leider aber auch drei Zähler verspielt. Zum Glück bekam der EHC einen Punkt am grünen Tisch zurück, denn der Wolfsburger Mago war nicht spielberechtigt.

Die Bilanzen gegen die ersten Vier der 2. Bundesliga Nord sind allesamt negativ, was für das Abschneiden in der Aufstiegsrunde nicht gerade hoffen lässt. Nur bei konstant guten Leistungen, genügend Kraft und Einsatz, wenig Verletzungspech und der richtigen inneren Einstellung dürften Topo und Co. in dieser Runde ein Wörtchen mitreden können. Die Karten sind neu gemischt. Jeder fängt wieder bei null an. Es kann los gehen.

Lieber vor 4.000 Essenern als vor 1.700 Krefeldern spielen


Seinen Weg an den Westbahnhof fand in der vorletzten Woche Verteidiger Frank Gentges. Er ersetzt Robert Schütz, der das Ablösehickhack mit seinem Wechsel zum Grefrather EC beendete. Herr Urban vom KEV hat sein Recht und sein Geld, der Robert nun hoffentlich seine Ruhe. Ebenso wie wir dem sympathischen Robert alles Gute auf seinem weiteren Weg wünschen, hoffen wir, dass der nicht weniger sympathische Frank zusammen mit dem EHC seine sportliche Zukunft erfolgreich gestalten kann.

Dein sportlicher Werdegang?

In Grefrath habe ich angefangen, danach zwei Jahre Krefeld, dann Landshut ein Jahr. Mit 16 bin ich in Krefeld in die 1. Mannschaft gekommen. Dort habe ich ein Jahr in der 2. Bundesliga gespielt. Danach bin ich sofort nach Düsseldorf gewechselt. Habe gespielt in Kaufbeuren, Iserlohn, Wolfsburg, Krefeld und jetzt Essen.

Wie ist Dein plötzlicher Wechsel an den Westbahnhof zustande gekommen?

Ich habe im Sommer mit Essen verhandelt. Wollte ganz gerne nach Essen kommen. Der Wechsel ist irgendwie geplatzt. Ich bin bekannt11ch nach Krefeld gegangen. Das war ein Fehler von mir. Ich habe nur das Geld in Krefeld gesehen. Ich bin ehrlich gesagt aus finanziellen Gründen nach Krefeld gegangen, sonst wäre ich lieber hierhergekommen. Mit Herrn Güttler habe ich schon längere Zeit Kontakt gehabt, seit dem Heimspiel in Krefeld. Wir haben uns dann geeinigt. Der Urban wollte mich letzte Woche nur nach Freiburg oder München gehen lassen, also nicht zum Ligakonkurrenten. Ich habe eine feste Ablösesumme im Vertrag gehabt und wollte gerne nach Essen gehen, da ich Herrn Güttler sehr schätze. Sein Wort zählt bei mir. Nach München oder Freiburg wollte ich nicht, dort hätte Herr Urban wohl mehr Geld für mich bekommen. Den Krefeldern habe ich schon vor vier Wochen gesagt, dass ich auf jeden Fall wechseln werde. Das Verhältnis zwischen der Mannschaft und mir war entgegen einiger Pressemeldungen gut. Ich halte von dem Trainer nichts. In Krefeld ist mir einfach zu viel Politik. Ich sehe nicht ein, dass ich mir von Herrn Urban vorschreiben lassen muss, mit seinem Sohn zusammen zu spielen. Ich kenne keinen Trainer, der den freiwillig aufstellen würde. Dieser Meinung bin ich, egal wie oft dieser Sachverhalt in der Zeitung dementiert wird. Ich habe gesagt, ich möchte mit ihm nicht spielen. Das war wahrscheinlich der Grund im Endeffekt.

Gibt Dir das Ergebnis von Grefrath nicht indirekt recht?

Ja, es gibt mir recht. Wenn in Krefeld mit der Mannschaft und die Dinge, die in die Mannschaft reingesteckt wurden, um Platz 5 oder 6 mitgespielt wird, muss sich der Trainer Gedanken machen. Mit so einer Mannschaft muss man um Platz 1 oder 2 mitspielen. Ich bin nicht zufrieden gewesen mit den Sachen, die da gemacht werden. Aus der 3. oder 4. Schweizer Liga holen die einen Mann, der überhaupt keine Ahnung hat, in die deutsche 2. Liga. Das tut mir leid, das geht nicht.

War das Spiel in Krefeld dann für Dich ein besonderes Glückserlebnis?

Wir haben in Krefeld im ersten Drittel individuelle Fehler gemacht. Es steht 0:4. Wir haben die letzten beiden Drittel 7:3 gewonnen. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen auch nach dem 0:4. Die bessere Mannschaft waren wir. Die haben vier Glückstore gemacht.

Deine Perspektive in Essen?

Die Aufstiegsrunde müssen wir schaffen. Das Umfeld und die Mannschaft sind gut. Viel besser als in Krefeld. Super Stürmer, die beiden Ausländer.

Du bist gut aufgenommen worden von Deinen neuen Kameraden?

Ich bin super aufgenommen worden von der Mannschaft. Die Unterstützung durch die Fans in Krefeld war klasse. Die Atmosphäre ist wesentlich besser. Lieber vor 4.000 Essenern als vor 1.700 Krefeldern spielen. Ich hätte mir das Ganze auch sparen können, wenn ich bereits im Sommer hierhergekommen wäre.

Tore Hedwall: "Es tut mir weh!"


Traurig und enttäuscht war er schon. Am Samstag bat Tore Hedwall den Vorstand des EHC Essen West um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages, da er keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit mit der Mannschaft sah. Wir nutzten den Besuch des sympathischen Schweden, dessen sportliche und menschliche Qualitäten für uns außer Zweifel stehen, beim Spiel gegen Ratingen, um uns nach seiner Ansicht zu den Vorgängen am vergangenen Wochenende zu erkundigen. Ich wusste, wenn wir in Hannover verlieren, ist alles vorbei. Mit dem 9:3 war sowieso alles vorbei.

Ich wollte mit Herrn Güttler sprechen, ob es nicht besser ist, wenn jemand anders beim Spiel gegen Ratingen an der Bande steht. Ich hatte einfach keine Mittel mehr, die Mannschaft zu motivieren. Weißt Du, ich bin selber nicht mehr motiviert. Wir haben uns dann ganz ruhig unterhalten und haben dann gemerkt, dass es dann halt so besser ist. Es tut mir sehr weh. Ich habe überall erfolgreich gearbeitet. Aber irgendwie passte die Mannschaft nicht zu meinem Charakter. Es sind zu viele Spieler in der Mannschaft, die eine sehr schlechte Einstellung haben. Wenn du bezahlt wirst und du bist Profi, dann musst du auch selbst die Einstellung haben. Sonst sollen sie keinen Vertrag bekommen. Ich kann nicht jeden Spieler anhalten, dass er laufen muss. Ich muss die Mannschaft motivieren nicht jeden einzelnen Spieler. Ich muss mich doch auch selbst motivieren. Ich bin 15 Jahre Profitrainer, da braucht mir keiner zu sagen, mach das mal so. Ich sehe das selber.

Gerold Güttler: "Für uns beginnt heute noch einmal die Saison"


Nicht genug, dass die sportliche und finanzielle Situation ihm Sorgenfalten bereitet, am vorletzten Samstag musste er auch noch den Rücktritt von Trainer Tore Hedwall kompensieren. Gerold Güttler und seine Mitstreiter stehen derzeit unter Druck. Trotz aller Hektik gelang es uns ein kurzes Statement von unserem ersten Vor-sitzenden zu erhaschen.

Chronologie der Ereignisse am letzten Wochenende?

Herr Hedwall hat selbst am Samstag das Gespräch mit uns gesucht. Er hat gesagt, dass er unbedingt mit uns reden müsse und dass er enttäuscht von dem Großteil der Mannschaft wäre. Er sähe absolut keine Basis mehr, um hier weiter zu arbeiten. Er wäre nicht mehr motiviert und könnte auch nicht mehr motiviert arbeiten. Er hat weiter gesagt, wir sollten uns einmal zusammensetzen und gucken, wie wir da wieder herauskommen. Da haben wir natürlich gehandelt. Es besteht dann natürlich absoluter Handlungsbedarf. Wir haben dann mit ihm eine Vertragsauflösung vereinbart. Dann haben wir Herrn Potzgruber gefragt, ob er bereit ist einzuspringen und bis auf weiteres unser Team zu betreuen. Er hat sofort angenommen. Ich hoffe, dass wir jetzt wieder nach vorne gucken. Ich habe gesagt, die Saison fängt für uns heute noch einmal an.

Gibt es Konsequenzen die die Mannschaft betrifft?

Mit Sicherheit! Wir haben gestern mit allen Leuten gesprochen, die unserer Meinung nach nicht gearbeitet haben. Wir haben ganz klar die Alter-native aufgezeigt, die heißt, Wechsel oder 1b. Ich glaube, jeder hat das jetzt verstanden und mit Herrn Potzgruber an der Bande, der absolut keine Widersprüche duldet, hoffe ich, dass es wieder aufwärts geht.

Wird es Verstärkungen geben?

Heute (letzte Woche Sonntag) kann ich noch keine Namen nennen. Wir werden Montag mit zwei Leuten reden. Ob es uns allerdings gelingt sie nach Essen zu holen, weiß ich nicht.

Ist die Torhüterfrage noch offen?

Die Torhüterfrage bleibt immer bei uns ein Thema. Sie ist sicherlich noch nicht aus der Welt. Wobei man das mit aller Vorsicht angehen muss.

 

 

   

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.